04.12.2015 | Ausgabe 12/2015

Die zerrissene Medienlandschaft

Eines kann man nicht leugnen: In unserer modernen Welt ist man daran gewöhnt, per Fingertip auf Inhalte zuzugreifen, und dies mit so wenig Verzögerung wie möglich. Genau dieses Verhalten treibt die Veränderung der Medienlandschaft voran und gießt immer wieder Öl ins Feuer, wenn es um das angespannte Verhältnis zwischen OTT-Anbietern und Live-Broadcastern geht, die noch keine OTT-Programme einsetzen. Da OTT-Anbieter Video- und Medieninhalte über das Internet bereitstellen, setzen Broadcaster weiterhin auf die Übertragung von Live-Events und kämpfen somit um ihre Marktanteile und die Gunst der Zuschauer. Vielen ist das vollständige Ausmaß dieses Wechsels gar nicht klar, aber eines ist sicher: Dadurch ist eine hochkomplizierte Broadcast- und Medienlandschaft entstanden.

On-Demand-Wirtschaft
Inhalte auf Anfrage (on-Demand) verfügbar zu machen, ist oberste Priorität für alle Beteiligten im „Medien-Kampf“ – eine Notwendigkeit in der On-Demand-Wirtschaft. Anders als vorherige Generationen müssen die heutigen Zuschauer keine Inhalte mehr anschauen, die sie nicht interessieren oder die nicht komplett auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Vielmehr gibt es heute Services wie Netflix, Maxdome oder Sky, die es Nutzern ermöglichen, sich ihr eigenes Programm nach dem eigenen Zeitplan zusammenzustellen. Zuschauer sind somit nicht mehr auf das starre Programm der Broadcaster angewiesen und müssen nicht beispielsweise sonntags um 20.15 Uhr zu Hause vor dem Fernseher sitzen, um die neueste Tatort-Folge zu sehen. Letztlich kann der Aufstieg des „Multi-Kanals“ gleichzeitig auch den zukünftigen Untergang des Fernsehens bedeuten – und damit auch des Verschwinden eines Produkts, das schon lange keinen Luxus, sondern vielmehr eine Notwendigkeit in vielen Haushalten darstellt. Fernseh-Führungskräfte haben diesen Einstellungswandel, der mit dem Wechsel einhergeht, ganz bestimmt im Hinterkopf – zusammen mit dem Gedanken, dass das lineare Zuschauen bald aussterben wird.


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