01.03.2015 | Ausgabe 3/2015

Editorial

Im Katastrophen lm „Die Wolke“ von Regisseur Gregor Schnitzer aus dem Jahr 2006 werden ein Super-GAU in einem fiktiven Kernkraftwerk und seine möglichen Folgen für die im betroffenen Gebiet lebenden Menschen sehr plastisch dargestellt. Analog kann als „digitaler Super-GAU“ für Unternehmen wie auch Privatpersonen mit dramatischen Folgen etwa der Verlust oder die Offenlegung sensibler Daten bezeichnet werden, sei es durch Fehler im System oder durch mutwilliges Eingreifen von außen, wie es vor kurzem Sony Pictures nach dem Hacker-Angriff auf seine Firmendaten erleben musste.
In Zeiten, in denen manche Reiseblogs Langzeitreisenden das Speichern ihrer persönlichen Daten wie eine Kopie des Reisepasses oder anderer offzieller Dokumente in Public-Cloud-Lösungen empfehlen und auch immer mehr Unternehmen darüber nachdenken, aufgrund der stetig wachsenden Datenflut und der explodierenden Kosten für entsprechende Speicherkapazitäten Teile ihrer Daten in die Cloud auszulagern, ist es notwendig, dem Thema Datenmanagement in Verbindung mit dem IT-Modebegriff „Cloud“ ein eigenes Schwerpunktheft zu widmen.
In diesem Heft lesen Sie, wie Cloud-Lösungen in der Medienproduktion und im Rundfunk sinnvoll genutzt werden können und welche Risiken hierbei zu beachten sind. Weitere Beträge beschäftigen sich mit der Cloud-basierten Medienakquisition und den Möglichkeiten, die die Cloud für Support- und Trainingsangebote im Bereich Wissensmanagement bietet.
Jenseits des Themenschwerpunkts geht es in der mehrteiligen Artikelreihe über den Neubau des Tagesschaustudios des NDR in dieser Ausgabe um den Bereich „Echtzeitgrafiksystem“. Des Weiteren sind der zweite Teil der Beiträge „ACES in Low-Budget-Produktionen“ sowie „Die Magie der besseren Pixel“ und Teil I eines Beitrags über maschinelles Lernen mit „Deep Neural Networks“ im Heft zu finden.
Darüber hinaus sind zwei Artikel aus der Praxis der Implementierung von geeigneten Archivlösungen von Video- und Audiomaterial im Rundfunk und Filmbereich gewidmet. Abgerundet wird das Heft durch einen Beitrag über die Kick-Off-Veranstaltung zum Thema „Digitales Filmarchiv“ sowie einem Beitrag über die letzte dwerft-Konferenz in Potsdam.
Ich bin gespannt, wie sich der Umgang mit der Datenflut, die uns beruflich, aber auch privat erreicht, in Medienunternehmen künftig darstellt, und welche neuen und innovativen Wege noch beschritten werden, damit „Big Data“ ressourcenschonend und möglichst sicher gespeichert werden. Denn eines ist leider klar: die völlige Sicherheit kann und wird es nicht geben und mit steigender Nutzung vernetzter Systeme wird die Möglichkeit, Opfer eines Datendiebstahls zu werden, immer realer. Das Bewusstsein hierfür zu schärfen und sich gleichzeitig den Möglichkeiten neuer Technologien nicht zu verschließen, muss das Ziel sein.
Ihre
Angela Bünger


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