01.05.2015 | Ausgabe 5/2015

Schlanke Workflows fürs Fernsehen

Welchen Einfluss hat „Online“ auf Abläufe und Technik?

Inhalte auch online zu veröffentlichen, ist für Fernsehsender nun wirklich nicht mehr neu. Die ersten Websites stammen aus den Neunzigern und haben sich längst zu integralen Bestandteilen des Publikationsportfolios entwickelt. Und doch fällt es auch nach zwanzig Jahren immer noch schwer, zu verstehen, was diese oft immer noch als seltsam empfundene Online-Welt eigentlich ausmacht. Ist sie wirklich nur ein netter Zusatz, der mit dem Kernprodukt, dem linearen Fernsehen, nichts zu tun hat? In den Sendern hält sich diese Einstellung hartnäckig. Dieser Artikel beschreibt eine andere Sichtweise: mit drei grundlegenden Thesen möchte der Autor dem Einfluss auf die Spur kommen, den die Online-Welt auf das Kerngeschäft der Fernsehsender hat.

1. Neues Selbstbild der Fernsehsender
Dies ist die erste These: Inhalte online zu veröffentlichen, bedeutet mehr als nur einen Wechsel der Ausspieltechnik. Am Ende geht es um ein neues Selbstbild der Fernsehsender.

Es gibt einen ganz offensichtlichen Bereich, in dem sich Fernsehen und Online treffen: die Mediatheken. An keiner anderen Stelle sind sich beide so nahe. Fernsehen auf Abruf ist mittlerweile ein „No-Brainer“: der Nutzen erschließt sich jedem. Für die Zuschauer bringen die Mediatheken noch mehr Auswahl und viel mehr Komfort. Die Fragmentierung der Zuschauerschaft erhält einen weiteren Schub, nachdem schon die Vielzahl der Digitalkanäle das Nutzerverhalten deutlich verändert hatte.

Die Welt der Fernsehdistribution verändert sich immer schneller. Das breitbandige Internet schaff t viele neue Möglichkeiten. In der Zeit der klassischen Rundfunkverbreitung hatten knappe Ressourcen das Bild bestimmt und eine hohe Barriere vor den Markteintritt gelegt. Diese Barrieren werden nun immer niedriger. Und viele neue Player ergreifen die neuen Chancen und bewegen sich plötzlich auf dem TV-Markt.


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