01.08.2015 | Ausgabe 8-9/2015

Redundancy on Demand

Verbesserung der terrestrischen TV-Versorgung mit Hilfe des Internets

Innerhalb der letzten Jahre sind immer mehr Fernsehgeräte mit Zugang zum Internet ausgerüstet worden (sogenannte Smart-TVs). Das Internet wird dabei typischerweise genutzt, um dem Zuschauer zusätzliche Dienste über das übliche Live-TV-Erlebnis hinaus anzubieten, wie zum Beispiel den Zugriff auf Mediatheken oder HbbTV-Angebote. Am Institut für Nachrichtentechnik (IfN) der TU Braunschweig wird derzeit an einem alternativen Konzept mit dem Arbeitstitel Redundancy on Demand (RoD) geforscht, bei dem das Internet dazu verwendet wird, die Empfangsqualität von terrestrischen Rundfunksystemen wie DVB-T2 in kritischen Empfangssituationen zu verbessern. Dabei werden bei Bedarf, abhängig von der Signalqualität im Empfänger, zusätzliche Hilfsdaten von einem Internetserver angefordert, um auch in schwierigen Empfangssituationen stets fehlerfreien Empfang zu ermöglichen. Auf diese Weise wird es den TV-Anbietern und Sendernetzbetreibern ermöglicht, insbesondere den „deep indoor“-Empfang zu verbessern.

Einleitung
Während in Deutschland derzeit die Einführung von DVB-T2 vorbereitet wird, werden weltweit mit ATSC, ISDB-T und DTMB unterschiedliche digitale terrestrische Rundfunksysteme eingesetzt. Die Qualität des terrestrischen Empfangssignals beim Empfänger hängt dabei im Wesentlichen von der verwendeten Übertragungstechnik, den gewählten Übertragungsparametern des Rundfunksystems, dem Sendernetz und den Empfangsbedingungen einschließlich der Empfangsantenne ab. Die Sendernetzplanung terrestrischer Rundfunknetze hat dabei insbesondere das Ziel, das Sendernetz so zu konfigurieren, dass eine gegebene Fläche mit minimalen Investitions- und Betriebskosten mit einer gegebenen Service Qualität (engl. Quality of Service, QoS) versorgt wird. Naturgemäß erfahren Empfänger in Randgebieten des Sendernetzes oder in Gebäuden auf Grund von höherer Signaldämpfung eine geringere Empfangsfeldstärke. Eine Optimierung der Sendernetze für diese Empfänger würde jedoch durch die Wahl robusterer Übertragungsparameter zu niedrigeren Datenraten oder durch eine größere Sendeleistung zu deutlich höheren Übertragungskosten führen.


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