01.08.2015 | Ausgabe 8-9/2015

Terrestrische Funknetzplanung modelliert in Software

Moderne digitale Rundfunksysteme sind in hohem Maße flexibel durch eine Vielzahl an Parameter konfigurierbar. Um mit diesen Systemen kostengünstige und effiziente Netze bei möglichst hoher Versorgungsqualität zu dimensionieren ist Softwareunterstützung unabdingbar. Am Beispiel von FRANSY, der Planungssoftware von ARD, Deutschlandradio und ZDF, werden die grundlegenden Aufgaben, deren Umsetzung in Software und spezielle Problemlösungen geschildert. Des Weiteren wird am Beispiel Freqscan, einem Tool zum Ermitteln freier Frequenzen für drahtlose Produktionsmittel wie zum Beispiel drahtlose Mikrofone, dargestellt, wie FRANSY auch als Rechenkern für andere Applikationen eingesetzt werden kann.

Hintergrund
Die Erstellung der Frequenzplanungssoftware FRANSY wurde vor mehr als einer Dekade initiiert. Damals standen die ITU-Planungskonferenzen RRC04 und RRC06 bevor. Deren Ergebnis war das Abkommen Genf, in dem die Nutzung des terrestrischen Rundfunks im Bereich 174-230 und 470-862 MHz reguliert wird (Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.itu.int/pub/R-ACTRRC.14-2006/en). Schon lange vor den Konferenzen war offensichtlich, dass Software-Unterstützung zur Konferenzvorbereitung und -durchführung unerlässlich war. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands haben seinerzeit beschlossen, ihr Wissen zu bündeln und gemeinsam ein Softwareprojekt dafür zu gründen. Das Hauptziel der Konferenz war, für die Rundfunkdienste DVB-T und auch T-DAB einen internationalen Koordinierungsrahmen zu erstellen, der auf einem kombinierten Allotment- und Assignment-Plan basiert und eine abgestimmte Einführung bzw. Erweiterung der damals neu eingeführten Rundfunktechniken ermöglichte. Damit war auch zunächst der Focus für FRANSY ausschließlich auf die beiden genannten Rundfunkdienste festgelegt.


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