03.02.2016 | Ausgabe 1-2/2016

Erste HDR-Live-Produktion

Seit 2012 bemüht sich die Industrie, Ultra HD (UHD) als Nachfolger von HD im Markt zu etablieren und schon bald wurde dabei deutlich, dass die im Vergleich zu Full HD vierfache Auflösung alleine nicht ausreichen wird, um die Zuschauer dauerhaft von der neuen Technologie zu überzeugen. Schnell waren daher auch weitere technische Verbesserungen im Gespräch, wie die inzwischen bereits in den meisten aktuellen UHD-Displays implementierte Unterstützung des erweiterten Farbraums BT.2020 (wobei dieser vollständig noch von keinem Endgerät erreicht werden kann). Darüber hinaus sind High Frame Rate (HFR) und High Dynamic Range (HDR) zwei heiß diskutierte Kandidaten und schließlich will man mit sogenannten „Advanced“- oder „Immersive“-Audio-Systemen dafür sorgen, dass nicht nur das Bild bei Ultra HD einen Quantensprung macht, sondern auch der zugehörige Ton.

So wie es schon bei der HD-Einführung unterschiedliche Meinungen hinsichtlich 720p gegenüber 1080i gegeben hat, so heißt der aktuelle Glaubenskrieg mit Blick auf Ultra HD „HDR vs. HFR“. Dabei ist eigentlich unstrittig, dass beide Technologien ein erhebliches Mehrwertpotential enthalten, es stellt sich nur die Frage, wie schnell dieses jeweils ausgeschöpft werden kann. Gerade im Bereich der Live-Sportübertragung würde HFR, also Bildraten jenseits von 50/60p, ohne Frage zu einer weiteren Verbesserung der Übertragung beitragen, doch scheint klar, dass die dafür nötigen Veränderungen und Ergänzungen im Produktionsablauf nicht unmittelbar umgesetzt werden können – vom Umgang mit den aus HFR resultierenden höheren Datenmengen sowohl in Contribution als auch Distribution ganz zu schweigen. HDR hingegen scheint in dieser Hinsicht überlegen, da es mit weniger Aufwand und Auswirkung auf die Datenrate relativ kurzfristig eingeführt werden kann, doch zeigen die andauernden Diskussionen in den relevanten Standardisierungsgruppen, dass das vielleicht ein Trugschluss ist.


 

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