15.11.2016 | Ausgabe 11/2016

Mein indischer Elefantenritt

Altindischer Hochzeits-Elefant (Bildquelle: © 2016 Privatsammlung – Mit freundlicher Genehmigung des Eigentümers.)

1. Ein altindisches Märchen, aus dem Hyderabad des 12. Jahrhunderts erzählt

Es war einmal ein weiser Mann im Reiche des Maha Radja von Hyderabad, der im 12. Jahrhundert lebte und ungewöhnliche Fähigkeiten besaß, sowohl als Numerologe als auch als Ingenieur, was damals ziemlich dasselbe war. Eines Tages träumte dieser Mann vor sich hin – und wovon, wenn nicht von Zahlen? Er endete bei der Nummer 2 – und der ihm logischen Schlussfolgerung, dass er nicht verheiratet wäre.Die Quelle seiner Inspiration war eine elegant einfache: Sie schwebte in Gestalt des Maha Radjas einziger Tochter vorüber, die auf nichts anderem als einem prachtvoll geschmückten Hochzeits-Elefanten dem Prinzen ihres Herzens entgegenritt.Nun, in jenen Tagen konnten Hochzeits-Elefanten noch fliegen, sobald sie ihre köstlich-kostbare Last behutsam ihrem Ziel zuführten – hier jenem glücklichen Fürsten, der des Maha Radjas Augapfel dann heimführen würde, unter allgemeinem Wohlgefallen. So zeigen es altindische Miniaturen – den Menschen von damals wahrlich kein Wunder! Der weise Mann traf seine weise Entscheidung: Auch sein Hochzeits-Elefant, der seine Schöne tragen würde, sollte fliegen können!

7 Seiten


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