06.10.2017 | Ausgabe 10/2017

Rückblick Animago Award & Conference 2017

Quelle: Uwe Voelkner/Fotoagentur FOX

Am 7. und 8. September 2017 war das Kulturzentrum Gasteig in München zum zweiten Mal Schauplatz für kreative Köpfe aus den Bereichen 3D Animation und Still, Visuelle Effekte, Design und Visualisierung. Rund 1.000 internationale Teilnehmer waren nach Angaben der Veranstalter für die zweitägige Konferenz, begleitende Ausstellung und feierliche Preisverleihung in die bayerische Landeshauptstadt gereist.

Im diesjährigen Konferenzprogramm konnten sich die Besucher auf Vorträge hochkarätiger Gäste freuen. So referierte Erik Smitt (Pixar Animation Studios) über seine Arbeit an „Piper“, dem Oscar-Gewinner in der Kategorie „Bester animierter Kurzfilm“ (2016), die ästhetischen Ansprüche und technischen Herausforderungen, die mit dieser Produktion einhergingen. Arslan Elver (Framestore) beleuchtete die Animation der Charaktere Rocket und Baby Groot aus „Guardians of the Galaxy Vol.2“ und zeigt auf, wie die Raumschiffe selbst und die rasante Raumschiff-Jagd durch die Galaxie entstanden.

Um Stephen Kings lange als unverfilmbar geltende Buchreihe „Der dunkle Turm“, die jetzt von Regisseur Nikolaj Arcel auf die Leinwand gebracht wurde, ging es im Vortrag von FX Supervisor Andreas Giesen und seinen Kollegen von Visual Effects Studios. Giesen zeigte Techniken auf, die für die komplexen Fluid-Simulationen in einer großen Anzahl an Shots nötig waren. CG and Environment Supervisor Oliver Schulz erläuterte den Design-Prozess und zeigte, wie verschiedene Umgebungen gebaut wurden, die ihre Basis zwar in der realen Welt hatten, aber trotzdem bizarr aussehen sollten. Benjamin Burr zeigte Techniken, mit denen die verschiedenen FX Layers im Deep Compositing kombiniert wurden, um das Projekt bis zum Ende flexibel zu gestalten.

Igor Jovanovic (MPC) präsentierte, wie die fotorealistische Wassereffektarbeit für Disney’s „Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales“ geschaffen wurde. Das Team wurde von den VFX-Supervisors Sheldon Stopsack und Patrick Ledda geleitet und arbeitete eng mit den Regisseuren Joachim Ronning und Espen Sandberg sowie Production VFX-Supervisor Gary Brozenich zusammen. Aufgrund der Komplexität und Vielfalt der Effekte entwickelte das RnDTeam auch einige neue Wassersimulations-Tools. So konnten Effekte wie Schiffsschlachten, Captain Salazar und seine Crew, Geister-Haie und verschiedene Umgebungen enstehen.

Jan Fiedler (Pixomondo) nahm das Publikum mit in die Zeit des Ersten Weltkriegs. Für „Wonder Woman“ waren zahlreiche Set Extensions und Szenen mit immensen Destructions gefordert. Fiedler gab einen Einblick in den Entstehungsprozess.

In weiteren Konferenzbeiträgen ging es unter anderem um die Themen Storytelling und paradoxes Erzählen in Animationsfilmen, Virtual Reality, 360°-Produktion, Cinema 4D, digitale Beleuchtung sowie VFX in der Werbung.

Am Donnerstagabend wurden in einer feierlichen Zeremonie die Animago Awards in insgesamt elf Kategorien vergeben. Rund 1.000 Digital Artists aus 58 Ländern hatten ihre Projekte für den internationalen Wettbewerb rund um 3D Animation & Still, Visuelle Effekte (VFX), Design und Visualisierung eingereicht.

Der Termin für das nächste Jahr ist ebenfalls schon geplant: am 25. und 26. Oktober 2018 findet das branchenweite Networking-Event statt. Beiträge können jetzt schon unter www.animago.com eingereicht werden.

Gewinner des Animago Award 2017

Bester Charakter „Poilus“

Guillaume Auberval, Léa Dozoul, Simon Gomez, Timothé Hek, Hugo Lagrange, Antoine Laroye und David Lashcari, Isart Digital, Frankreich

Beste Visual Effects „Fantastic Beasts and Where to Find Them“

Rodeo FX, Kanada

Beste Werbeproduktion „Canal Kitchen“

Unit Image, Frankeich

Bester Kurzfilm „Afterwork“

Matte CG, Uson Studio, Apus Estudios, Ecuador, Peru, Spanien

Bestes Game Cinematic „Beyond Good and Evil 2“

Cinematic Trailer, Unit Image, Frankreich

Bestes Still „Her Eventual Hesitation“

Marek Denko, Tschechien

Bestes Motion Design „Dust My Shoulders Off“

Grass Jelly Studio, Taiwan

Jury-Preis „In a Heartbeat“

Beth David & Esteban Bravo, Ringling College of Art and Design, United States

Beste Nachwuchs-Produktion „Less Than Human“

Steffen Bang Lindholm, Anna Eckhoff Ohrt Nissen, Ditte Marie Ludvigsen, Lasse Steinbeck, Matilde Søltoft, Morten Vestbjerg Bøgelund Lassen, Julie Rebecca Billeskov Astrup, Ida Marie Søndergaard, The Animation Workshop, Denmark 2

Beste Visualisierung „Huawei Watch“

Glassworks London, Great Britain

Beste Architektur-Visualisierung „Maisons Oxygène“

Villa 3D Animation

Valentinstudio, Frankreich


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