06.11.2017 | Ausgabe 11/2017

Media 3.0

Nachbericht zur Expertenkonferenz für Media Convergence

Am 31. August 2017 lud die Condat AG zur neuerlichen Auflage der Konferenz Media 3.0 ins Hotel Abion Spreebogen in Berlin, um gemeinsam mit führenden Branchenexperten die aktuellen Entwicklungen in der Medienbranche zu reflektieren.

Als Gastgeber begrüßte Christof Peltason (Condat) die Teilnehmer der Veranstaltung, die sich zum Ziel gesetzt hat, über das Thema Media Convergence mit ihren verbundenen Änderungen in der Mediennutzung, der Definition neuer Arbeitsprozesse und der Gestaltung neuer Inhalte zu informieren und Lösungswege bzw. Hemmnisse aufzuzeigen.

Als erster Referent ging Daniel Rühmann (Ericsson) auf das Thema „Building Data for Humans and Machines“ ein. Er zeigte auf, wie wesentlich verwertbare Metadaten für Medienunternehmen sind, und zwar nicht nur im Hinblick auf die Zuschauerbindung, sondern auch um Suchmaschinen oder Empfehlungssysteme mit korrekten Daten zu bedienen. Er warf einen Blick auf die aktuelle Marktentwicklung und stellte den Workflow der Metadatenverarbeitung und -zulieferung des Unternehmens vor. Dabei zeigte er, wie Mensch und Maschine sich wechselseitig unterstützen, d. h. wie Software zur Verbesserung der redaktionellen Arbeit genutzt werden kann bzw. wie Menschen dabei helfen, Daten zur bestmöglichen Weiterverarbeitung zu kuratieren.

Im Anschluss informierte Thomas Reske (AWS) über die „Migration in die Cloud“. Hierbei stellte er die Möglichkeiten vor, die die AWS Cloud Medienunternehmen bei der Erstellung und Ausspielung bzw. Veröffentlichung von Inhalten bietet. Er ging zunächst auf die einzelnen Dienste ein und stellte die technischen Partner und Kunden des Unternehmens vor. Danach zeigte er auf, wie sich die Datenverarbeitung entwickelt hat und welche Vorteile es für Unternehmen hat, keinen physischen Server mehr zu haben. Abschließend präsentierte Reske die aktuellen Entwicklungen von AWS im Bereich künstlicher Intelligenz und Deep Learning mit ihren Anwendungsmöglichkeiten.

Robin Ribback (Swiss Txt) spann in der Folge den Bogen zu „Spracherkennung und Deep Learning“. Er präsentierte, wie Spracherkennung und die maschinelle Verarbeitung von Sprache bei der Produktion von Untertiteln oder Audiodeskription für barrierefreie Dienste im TV genutzt werden können. Denn oftmals sei der Kostenfaktor für die Sender entscheidend. Hierzu stellte er den Lösungsansatz von Swiss Txt vor, der bereits in der Praxis auf Deep-Learning- und AI-Elemente für die Bereitstellung barrierefreier Dienste im Fernsehen zurückgreift.

Jochen Spangenberg (DW) adressierte in seinem Vortrag das Thema „Falschinformationen in sozialen Netzwerken und wie dagegen angehen“. Nach einigen Beispielen von „Fake News“ zeigte er Gründe für deren Entstehung auf. Zudem ging er darauf ein, welche Rolle soziale Medien für Journalisten spielen und welche Konsequenzen dies für ihre Arbeit hat. Abschließend ging Spangenberg darauf ein, welche Maßnahmen bei der DW zur Bekämpfung von Falschnachrichten zum Einsatz kommen und stellte das europäische Projekt InVID vor.

Um das Thema „Data Cleansing mit semantischen Technologien“ ging es anschließend im Vortrag von Stefan Wiesner (CI Consult). Er beschäftigte sich mit dem Thema der Prozessoptimierung. Hierbei gehe es zum einen um Kostenreduzierung, zum anderen darum, Prozesse schneller abwickeln zu können. In seinem Vortrag präsentierte er, wie moderne Prozessautomationssoftware dabei helfen kann, neue, automatisierte Prozesse in Unternehmen zu implementieren. Hierzu stellte er die Smart Media Engine (SME) als Tool vor, um Mediendaten zu analysieren und die Ergebnisse als Grundlage für Entscheidungen im Medienbetrieb zu übernehmen.

Den Abschluss der Halbtageskonferenz übernahm Dominik Zimmermann (Condat) mit seiner Präsentation „The Making Of Smart Content“. Er stellte Lösungen wie die semantische Anreicherung von Daten vor, die als Basis für die Erstellung von intelligenten Inhalten zur Verfügung stehen. Zudem beschäftigte er sich beispielhaft mit Technologien zur Erkennung und Verifizierung von Inhalten, bevor er auf einige Anwendungsfälle für intelligente Inhalte einging, darunter Personalisierung und Empfehlung von ähnlichen Inhalten oder auch die Themengenerierung. Beim anschließenden Get Together im Restaurant Lanninger konnten die Teilnehmer dann die Gespräche mit den Experten in informeller Runde fortsetzen.

(bue) – nach Unterlagen des Veranstalters –


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