06.11.2017 | Ausgabe 11/2017

69. Emmy Engineering Award

JCT-VC und Arri gehören zu den Gewinnern 2017

Das Bild zeigt Thomas Wiegand, Benjamin Bross und Detlev Marpe (von links) auf der Emmy Preisverleihung am 26. Oktober 2017 in Hollywood. Quelle: Fraunhofer HHI, www.hhi.fraunhofer.de

Am 25. Oktober konnten die diesjährigen Gewinner der Engineering Emmy Awards im Loews Hollywood Hotel ihre Preise in Empfang nehmen. Mit den Preisen werden Personen, Unternehmen oder Organisationen für eine Entwicklung im Bereich Engineering geehrt, die entweder eine weitreichende Verbesserung für bestehende Verfahren bietet oder so innovativ ist, dass sie Übertragung, Aufzeichnung oder Empfang von Fernsehtechnik wesentlich beeinflusst.

In diesem Jahr konnte sich unter anderem das Joint Collaborative Team for Video Coding (JCT-VC) für die Arbeit bei der Entwicklung des High Efficiency Video Coding (HEVC)-Standards über die begehrte Auszeichnung der TV Academy freuen.

Das JCT-VC ist ein Standardisierungsteam bestehend aus Mitgliedern der Internationalen Organisation für Normung (ISO), der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) und der Internationalen Fernmeldeunion (ITU). Es wurde 2010 von der ITU Video Coding Experts Group (VCEG) und der ISO/IEC Moving Picture Experts Group (MPEG) gegründet.

Mindestens vierzehn Unternehmen, einschließlich Fraunhofer HHI, Huawei, MediaTek, Nokia, Qualcomm Incorporated, Samsung und Sony Corp., haben maßgeblich zur Arbeit des JCT-VC beigetragen. Insgesamt haben ungefähr 200 Unternehmen und Forschungseinrichtungen am HEVC-Projekt teilgenommen.

Im Namen des JCT-VC wurde der Emmy von seinen Mitvorsitzenden Gary J. Sullivan (Microsoft) und Jens-Rainer Ohm (RWTH Aachen), zusammen mit Chaesub Lee, Direktor des ITU-T, und Karen Higginbottom, ausscheidende Vorsitzende des ISO/IEC JTC 1, entgegengenommen.

Ein weiterer Engineering Emmy ging an Arri für die Entwicklung des Digitalkamerasystems Alexa. Als Begründung wurden die Fähigkeiten der digitalen Bildverarbeitung sowie der vollständig integrierte Postproduktionsworkflow genannt. Dieser stehe für dynamische und innovative TV-Technologie. Funktionen wie Farbmanagement, Onboard-Aufzeichnung von unkomprimierten und komprimierten Videobildern sowie die einfach zu bedienende Benutzeroberfläche führten zur umfassenden Verbreitung des Systems in der Fernsehbranche.

Entgegengenommen wurde der Engineering Award für Arri von Harald Brendel, Teamlead Image Science, und Frank Zeidler, Senior Manager Technology und Deputy Head of R&D, – beide Mitglieder des Alexa-Entwicklungsteams – sowie Glenn Kennel, President von Arri Inc.

Zu den weiteren Gewinnern zählten Canon und Fujinon für ihre 4K-Zoomoptiken, Disney für ihre globale Lokalisierungsplattform, McDSP für den SA-2 Dialog Processer und die Management-Plattform Shotgun Software.

Darüber hinaus erhielt Leonardo Chiariglione den diesjährigen Charles F. Jenkins Lifetime Achievement Award. Als Gründer und Vorsitzender der Motion Picture Experts Group (MPEG), habe Chiariglione dazu beigetragen, dass MPEG weltweit Standards für die digitale Videokompression und -übertragung darstelle. Er wird für seine zukunftsweisende Technologie und Innovationsbemühungen im Bereich der Videokompression geehrt.

Sony konnte sich über den Philo T. Farnsworth Corporate Achievement Award freuen. In der Begründung hieß es Sony habe mit seinen Entwicklungen im Bereich Technologie, Content und Services alle Bereiche der TV-Produktion nachhaltig beeinflusst. Heute sei das Unternehmen einer der führenden Anbieter von professioneller Ausrüstung für die TV-Produktion von Unterhaltungs-, Nachrichten- und Sportsendungen.

(bue)

www.emmys.com www.hhi.fraunhofer.de www.arri.com 


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