06.07.2017 | Ausgabe 7/2017

Archiviertes Videomaterial wiederverwenden

AUTO BILD TV mit neuer MAM-Lösung

Die archivierten Daten sollen leicht auffindbar und Zusatzinformationen vom Nutzer schnell durchsuchbar sein. Quelle: Nachtblau

Die seit 2007 produzierte Menge an zu archivierendem Rohmaterial beläuft sich mittlerweile auf 130 Terrabyte (TB) und jeden Monat wächst diese Menge um ca. 1 TB an. Das Videomaterial wird langfristig auf externen Festplatten vorgehalten. Die Archivierung auf externen Festplatten ist jedoch aufgrund des hohen Ausfallrisikos sehr unsicher.

Die Metadaten werden in Excel-Tabellen erfasst, die auch zur Recherche im Archivbestand genutzt werden. Das Auffinden von Material im Archivbestand wird mit wachsendem Umfang des Archivs immer komplizierter und langwieriger, da sich in einer Excel-Tabelle inhalts- und zeitbezogene Metadaten wie z.B. Bildbeschreibungen nur sehr unzureichend abbilden lassen. Zudem können nur mit der Archivierungssystematik vertraute Personen gezielt und effektiv das gesuchte Material wiederfinden. Um vor allem die langfristige Sicherung und Nutzung des Videomaterials besser in den Griff zu bekommen, wollte AUTO BILD TV in eine Systemlösung mit einem effizienten Archiv investieren. Dabei war dem Unternehmen wichtig, dass das Videomaterial auf sicheren, wartungsarmen und kostengünstigen Datenträgern gespeichert wird. Die datenbankgestützte Verwaltung der Metadaten, sollte auch Vorschauvideos beinhalten, damit die Recherche im Archivbestand beschleunigt und erleichtert wird. Zudem sollte eine Zugriffsmöglichkeit auf den Archivbestand für alle beteiligten Personen gewährleistet sein.

Gesamtlösung für Videoverwaltung und -archiv

Zur Verwaltung der Archivdaten sowie zum Auslösen von Archivierungs- und Wiederherstellungsvorgängen wird das System medialoopster genutzt. medialoopster Media Asset Management ist auf die inhaltsbezogene Verwaltung von Videomaterial spezialisiert. Als Archivzeitspeicher kommt eine LTO7 Drive mit 23 LTO-7 Tapes (6,25 TB pro Band)bestückte IBM Tape-Library zum Einsatz. Die Tape-Library ist in der Lage mit Hilfe einer Robotik die Bänder selbstständig zu wechseln. Als Dateisystem für die Bänder wird das Linear Tape File System (LTFS) genutzt. Die externen Festplatten mit dem zu archivierenden Material können von den Anwendern selbständig in medialoopster eingelesen werden. Archivierung und Wiederherstellung von Material kann ebenfalls von allen Anwendern mit entsprechenden Berechtigungen ausgelöst werden. medialoopster ist ein serverbasiertes System, auf das über Webbrowser zugegriffen werden kann. In medialoopster ist sämtliches archivierte Videomaterial in Form von Vorschauvideos jederzeit einsehbar. Zudem ist medialoopster in der Lage, Metadaten anhand der Vorschauvideos zeitbezogen und timcodegenau zu erfassen. Somit ist es auf einfache Weise möglich, den Archivbestand nach inhaltlichen Kriterien zu verschlagworten,effektiv zu durchsuchen und zielgenaue Rechercheergebnissezu erhalten. Verglichen mit der bisherigen Produktionsweise ergeben sich für AUTO BILD TV eine Reihe von Verbesserungen und Vereinfachungen, die es einer größeren Anzahl von Personen ermöglicht schnell und einfach den Archiv-Content zu nutzen.

Verwaltung kompletter Schnittprojekte

Mit der Lösung ist AUTO BILD TV in der Lage komplette Schnittprojekte mit allen dazugehörigen Medien zu archivieren und wiederherzustellen. Gleichzeitig können die Projekte und Medien-Assets mit zusätzlichen Metadaten versehen werden. Metadaten und Mediendateien befinden sich also im selben System und können mit Hilfe den medialoopster-Suchfunktionen leicht recherchiert werden.

Unterstützung verschiedenster Schnittsysteme

medialoopster verwaltet die Schnittprojekt in einer allgemeinen Form, so dass Projekte unterschiedlichster Schnittsysteme verwendet werden können. Für AUTO BILD TV ist diese Eigenschaft wichtig, da das Archiv Daten aus FinalCut Studio, Avid MediaComposer, Adobe Premiere und Final Cut Pro X enthält.

Automatisierte Archiv-Tasks

Die Archivierung und Wiederherstellung der Daten erfolgt automatisch und in vom Nutzer definierten Zeitfenstern. Dadurch wird der manuelle Aufwand für die Anwender erheblich minimiert. Zudem werden resourcen-intensive Prozesse wie Proxy-Video-Erzeugung und Schreibvorgänge auf die Tape-Library zu Zeiten ausgeführt, in denen keine aktuellen Produktionen stattfinden.

Zukunftssicheres Archiv-Dateisystem

Die Verwendung des offenen Standards LTFS als Dateisystem zum Speichern der Daten auf den LTO-Tapes bringt ein zusätzliches Maß an Datensicherheit und Dateiportierbarkeit mit sich: Die Bänder können einzeln der Library entnommen werden und sind auch ohne die Verwendung von medialoopster lesbar.

Auf Grundlage von Unterlagen von nachtblau.tv


Der Artikel erschien in der Printausgabe 7/2017.
Die entsprechenden Seiten können Sie hier downloaden.


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