31.01.2018 | Ausgabe 1-2/2018

Ausweitung der Anwendungsmöglichkeiten für Digital Signage und IP-Video

Quelle: Exterity

Quelle: Exterity

Visuelle Inhalte sind derzeit die am schnellsten wachsenden Medien mit einer breiten Palette von Anwendungsfällen in zahlreichen Industriezweigen, darunter Gastgewerbe, Bildungswesen, Stadien und öffentliche Sicherheit. Obwohl das Internet bisher ein Katalysator für einen Großteil der kommerziellen Nutzung von Videos war, sind On-Demand-Plattformen für Verbraucher, wie YouTube oder Live-TV-Streamingdienste, immer noch nicht ausreichend für Geschäftsumgebungen geeignet.

Der Einsatz von Digital Signage, das sowohl statische Inhalte als auch Videoinhalte mischt, wird zwar oft übersehen, nimmt jedoch rasant zu – vor allem als vielseitiger Ersatz für traditionelle Plakate oder gedruckte Poster. Digital Signage wird heute auf vielfältige Art und Weise eingesetzt, angefangen bei Speisekarten von Fast-Food-Restaurants bis hin zur Leitung von Reisenden an verkehrsreichen Flughäfen. Signage-Anwendungsfälle nehmen in vielen vertikalen Märkten exponentiell zu, am deutlichsten in folgenden Bereichen:

Transformation der Unternehmenskommunikation

Digital Signage und IP-Video unterstützen effektive unternehmensweite Unified Communications. Eine integrierte Lösung ermöglicht es Unternehmen, Inhalte so anzupassen, dass die richtigen Inhalte auf den richtigen Bildschirmen und für die richtigen Personen angezeigt werden. Beispielsweise können Bildschirme in Gemeinschaftsbereichen verwendet werden, um die Mitarbeiter über die neuesten Schulungskurse und Unternehmensnachrichten auf dem Laufenden zu halten, während auf den Empfangsbildschirmen Begrüßungsnachrichten und Wegweiser für Besucher angezeigt werden. Darüber hinaus können verschiedene Abteilungen bestimmte Bildschirme oder Inhaltsbereiche verwalten, um maßgeschneiderte Kommunikation für ausgewählte Teams oder Büros bereitzustellen.

Ein gutes Beispiel für diesen Anwendungsfall ist der Gesundheitsriese Sanofi. Mit einer Belegschaft von 110.000 Mitarbeitern, 20 F+E-Standorten und drei separaten Geschäftsbereichen setzt die Gruppe auf Kommunikationssysteme, die ihren Mitarbeitern Zugang zu den neuesten medizinischen Forschungs- und Wirtschaftsnachrichten bieten. Dies ermöglicht seinen F+E-Teams, sich detailliert mit neuen Viren vertraut zu machen, und befähigt seine Kundenbetreuer, qualifizierte Antworten auf Fragen im Zusammenhang mit neuen Krankheiten oder verstärktem Widerstand gegen die traditionelle Medizin zu geben - alles mithilfe von IP-Video über verschiedene Standorte verteilt.

Ausbildung per Video

Einer der Hauptnutznießer von Digital Signage und IP-Video ist der Universitätssektor. Die Studentenschaft von heute ist technisch versiert, was bedeutet, dass die Konnektivität inzwischen eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der Universität spielt. Ein gutes Beispiel für diesen Trend ist das University College London, Londons führende multidisziplinäre Universität mit 8.000 Mitarbeitern und 22.000 Studenten aus mehr als 140 Nationalitäten. Studenten, die eine der 18 angebotenen Sprachen am UCL erlernen, können von jedem der 60 PCs in der Abteilung auf das IPTV-System zugreifen und ein virtuell unbegrenztes globales Archiv aufgezeichneter Materialien anzeigen, ohne umständlich Videobänder oder DVDs suchen und abrufen zu müssen.

Das System ist unbegrenzt skalierbar, da zusätzliche Kanäle und On-Demand-Videos hinzugefügt werden können, wenn sich die Anforderungen ändern. Darüber hinaus können weitere Endgeräte wie Fernseher, Projektoren und PCs ohne zusätzliche Verkabelung installiert werden. Andere Universitäten verwenden auch IP-Videosysteme, um internationale Vorträge zu streamen und virtuelle Auditorien zu erstellen, die interaktive Zwei-Wege-Videos bereitstellen. Digital Signage ersetzt schnell traditionelle Aushänge in öffentlichen Bereichen wie Lobbys, Bibliotheken und Cafeterias und kommuniziert Vortragszeiten und Videoinhalte, außerschulische Aktivitäten, lokale Werbung sowie vieles mehr.

Ausweitung der Gastfreundschaft

Ein weiterer wichtiger Wachstumstreiber für IP-Video und Digital Signage ist das Gastgewerbe, das damit Gästen ein Heimatgefühl vermittelt und einen Wettbewerbsvorteil in einer Branche schafft, in der Reisende eine unbegrenzte Auswahl an Reisezielen für jeden Stil und jedes Budget haben. IP-Videosysteme bieten eine unbegrenzte Anzahl von hochauflösenden TV- und Movie-On-Demand-Kanälen mit beeindruckender Bildqualität sowie einen interaktiven Gästeservice für eine beliebige Anzahl von Zimmern und im gesamten Hotel - alles über den Fernseher oder das eigene Mobiltelefon. Digital Signage wird zunehmend in öffentlichen Bereichen wie Hotellobbys verwendet, um die Einrichtungen des Resorts, spezielle Angebote und lokale Fluginformationen zu präsentieren.

Videowiedergabegeräte fungieren auch als natürlicher Aggregator für zusätzliche Dienste. Das Archabil Hotel, ein Fünf-Sterne-Hotel in Aschgabat (Turkmenistan), hat beispielsweise ein IP-Videosystem in seinen 220 Zimmern installiert. Das System ermöglicht den Gästen Zugang zu 180 internationalen Fernsehsendern, darunter BBC, Rai, Rossiya 24, TRT, ZDF und weiteren. Das System bietet nicht nur Fernsehkanäle in den Sprachen Englisch, Deutsch, Italienisch, Russisch und Türkisch, sondern auch Werbespots und Informationen über Turkmenistan, die als Video-on-Demand (VoD) erhältlich sind. Wie viele andere auch kann das Hotel seine IP-Videolösung für zusätzliche Dienste über den Bildschirm nutzen, beispielsweise Mailbox-Messaging, Zimmerservice, Bestellungen von Speisen und Getränken, Taxi-Buchung, Wäscheservice und Gepäckabholung. Diese Funktionen ermöglichen eine bessere Kommunikation mit den Gästen, generieren Einnahmen durch Pay-TV und den Verkauf von Hoteldienstleistungen im Zimmer.

Vom Spielfeld in die Unternehmenslounge

Das Gastgewerbe erstreckt sich über Hotels hinaus auf andere, größere Veranstaltungsorte, von denen Stadien ein wichtiger Wachstumsbereich sind. Das Erlebnis im Stadion wird zunehmend zu viel mehr als nur eine Live-Sportveranstaltung und lässt das Bedürfnis wachsen, zusätzliche Corporate-Hospitality-Funktionen zu unterstützen. Dadurch werden Videos zu einer ganz wichtigen Komponente. In großen Stadien, die Hunderte von Bildschirmen unterstützen, von riesigen Großbildschirmen über Digital Signage an Speise- und Getränkekiosken bis hin zu zahlreichen privaten Bereichen wie beispielsweise gesponserten Lounges, müssen diese Systeme oft speziell gebrandete oder sogar On-Demand-Inhalte zeigen, sodass Flexibilität hier unabdingbar ist.

Nehmen wir zum Beispiel einen Veranstaltungsort wie die WIRSOL Rhein-Neckar-Arena, Heimatstadion des TSG 1899 Hoffenheim, in dem die Videoinhalte auf vernetzten Bildschirmen rund um die VIP-Bereiche anzeigt werden. Das System mischt archivierte On-Demand-Videos mit Live-Spielmaterial und Begrüßungsnachrichten sowie vollständige Präsentationen und Tagesordnungen von internen und externen Veranstaltungen in der Arena auf den Bildschirmen.

IP und Flexibilität sind entscheidend

Ein Blick auf all diese Bereiche zeigt, dass Video zunehmend als ein wichtiger Vorteil betrachtet wird, der externe Kommunikation, interne Prozesse und Schulungen unterstützt – und gleichzeitig die Markenwahrnehmung bei den Zuschauern stärkt. Obwohl es sehr unterschiedliche Anwendungsfälle gibt, ist der gemeinsame Nenner die Verwendung von IP-Netzwerken und die Erkenntnis, dass die Flexibilität für die Verarbeitung verschiedener Arten von Live-Inhalten sowie voraufgezeichneten und dynamischen Inhalten von entscheidender Bedeutung ist.

Die Anwendungsfälle besitzen ein weiteres gemeinsames Element, nämlich die Verwendung speziell entwickelter Plattformen, die zentralisierte und hoch integrierte Codierungs-, Streaming- und Verwaltungsanwendungen sowie Software verwenden, um Zuverlässigkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Je mehr videogestützte Anwendungsfälle auftauchen, desto mehr werden diese frühen Pioniere für Unternehmen mit ähnlichen Anwendungen als Leitfaden dienen und schließlich den Wert von Video als Tool für die Einbeziehung eines breiteren Publikums herausstellen.


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