02.11.2018 | Ausgabe 11/2018

Workshop Digital Broadcasting in Erfurt

QUelle: Fraunhofer IDMT

Am 27. und 28. September 2018 diskutierten rund 60 Experten aus Industrie, Medien und Forschung im Erfurter KinderMedienZentrum über aktuelle Herausforderungen, Entwicklungen und Projekte rund um den Digitalen Rundfunk.

Der terrestrische digitale Rundfunk behält nach wie vor eine wichtige Bedeutung – trotz der rasanten Entwicklungen im Mobilfunk, vor allem rund um 5G. Auch zukünftig wird der digitale Rundfunk eine wichtige Rolle spielen, um Ressourcen wie Frequenzen und Senderstandorte effizienter ausnutzen zu können. So lautet ein Fazit des 15. Workshop Digital Broadcasting (WSDB), der seit 2014 am Medienstandort Erfurt im Studiopark KinderMedienZentrum durchgeführt wird.

Veranstalter des alle zwei Jahre stattfindenden Events, das Experten ein Forum bietet, um aktuelle Themen und Projekte aus den Bereichen Digitaler Rundfunk und Multimedia- Dienste vorzustellen und zu diskutieren., ist das Fraunhofer IDMT. Als Kooperationspartner unterstützten das Fraunhofer IIS, die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) sowie die TU Ilmenau.

Prof. Ulrich Reimers (TU Braunschweig) eröffnete den Workshop mit einer Keynote zum Thema „Von TOoL+ zu FeMBMS – Broadcast in der Mobilfunkwelt!?“. Hierin stellte er aktuelle Entwicklungen im Bereich der terrestrischen Datenübertragung vor. Anhand von Beispielen erläuterte er, wie weit Erwartungen und Realität bei 5G derzeit noch auseinander liegen. Dabei ging er insbesondere darauf ein,

wie sich digitaler Rundfunk und Mobilfunk gegenseitig ergänzen können.
 Reimers ist wie viele Teilnehmer bereits seit vielen Jahren Gast der Veranstaltungsreihe: „Meine Kollegen und ich sind gerne nach Erfurt gekommen, um auch an der 15. Auflage des von uns sehr geschätzten Workshop Digital Broadcasting teilzunehmen und über unsere Forschung zu  berichten. Wieder gab es ein abwechslungsreiches Programm und einen wunderschönen Social Event.“

In 17 Fachbeiträgen wurden technische Fragestellungen wie Modulationsverfahren oder die Konfiguration von Rundfunknetzen thematisiert, aber auch praxisnahe Experimente, Feldversuche und Tests sowie neue Produktionsmethoden vorgestellt. 

Nach der Keynote von Prof. Ulrich Reimers ging es am  ersten Veranstaltungstag mit dem Thema Objektbasiertes  udio im Rundfunk weiter. So berichtete Werner Bleisteiner (Bayerischer Rundfunk) über Ergebnisse und Folgerungen aus dem EU-Forschungsprojekt ORPHEUS. Christoph Ziegler (Institut für Rundfunktechnik) sprach über das EU-Projekt 2-IMMERSE, das sich mit  orteilen und Herausforderungenvon objektbasiertem   roadcasting beschäftigt. So entwickeln die Projektpartner unter anderem eine Plattform auf Basis der HbbTV2.0-Spezifikation.  bgeschlossen wurde dieser Vortragsblock durchJens Burkert und Alexander Friederici (MDR), die sich dem Thema „Aufwandsoptimierte Methoden der Medienproduktion“ widmeten.

Der zweite Vortragsblock am Nachmittag beschäftigte sich zunächst  mit dem Thema DAB+. So sprach Fabian Schrieber (TU Braunschweig) über die Erweiterung von DAB+ zur Unterstützung regionaler Programmangebote in Gleichwellennetzen. Michael Richter (Medienanstalt Sachsen-Anhalt) griff das Thema der programmbezogenendynamischen Rekonfiguration in DAB+  auf. Plakativer der Titel von Matthias Frei (Fraunhofer IIS)

mit seinem Vortrag „The Nightmare of Building a Hybrid Radio“. Um die Evaluation eines LTE-FeMBMSAbdeckungsgebiets basierend auf einem DVB-T2-Sendernetz ging es im letzten Vortrag der Reihe von Lucca Richter (TU Braunschweig).

Am zweiten Veranstaltungstag  diskutierten die Teilnehmer über die Möglichkeiten von Cloud-Diensten und KI, Reichweitenmessung, Workflow-Automation und Senderbetrieb. Dabei wurde deutlich, dass der zunehmende Einsatz von IP-basiertenVerfahren sowie von Geräten und  Systemen aus dem IT- und sogar aus dem Consumer-Bereich die Arbeitsweisen im Broadcasting-Umfeld verändern werden und gleichzeitig ein massives Einsparpotenzial bieten.

Eröffnet wurde der Tag von Ralph Winzinger (AWS), der die Medienservices in der AWS Cloud vorstellte. Im Vortrag von Hanna Lukashevich (Fraunhofer IDMT) wurde die Reichweitenmessung mittels Audio-Fingerprinting thematisiert.  Zurück zum Thema Cloud ging es bei Georg Lenzen (make.tv), der sich mit Video-Cloud-Lösungen und Setups beschäftigte und dabei auf mögliche Reibungspunkte und Vorteile einging. Alexander Heidler (Dimetis) rundete den Vortragsblock mit dem Thema Video-Workflow-Automation ab und stellte Praxisbeispiele vor.

In der nächsten Session ging es um den Sendernetzbetrieb. Andreas Vierling (Divicon Media) eröffnete diese mit dem Thema „Smart Services für UKW- und DAB+-Sendernetze“.  Im Anschluss referierten Robert Widmann und Alexander Jahn (Bayern Digital Radio) über die Nutzung von Synergien und benötigte Infrastrukturen beim Betrieb von  Senderstandorten. Das Thema Sicherheit beim Betrieb von Rundfunksendeantennen griff abschließend Rainer Vogt (Kathrein) auf.

Im letzten Vortragsblock der Veranstaltung mit dem Schwerpunkt der hybriden Distribution beschäftigte sich Piero Kirchner (e&s Manebach) mit einer cloudbasierten Systemplattform für TV und Digital Signage. Um die Nutzung hybrider Technik in der Distribution im Zuge der digitalen Disruption ging es im Vortrag von Helmut Jung (Dimetis), während Alexander Erk (IRT) sich dem Thema HRADIO (Hybrid Radio everywhere for everyone) widmete. Das Projekt soll die Integration einer kosteneffizienten Rundfunkübertragung mit neuen Online-Features ermöglichen und so dem veränderten Nutzerverhalten Rechnung tragen. Abgerundet wurde der Themenblock durch Florian Jackisch (TU Braunschweig), der neue Modulationsverfahren „jenseits von OFDM“ vorstellte.   

„Dank  der vielseitigen Einreichungen ist es uns auch in diesem Jahr wieder gelungen, ein breites Themenspektrum im Programm abzubilden und mit den Beiträgen sowohl technische als auch nicht-technische Fragestellungen und Themen zur Diskussion zu stellen“, so das Résumé von Dr. Uwe Kühhirt, Leiter der Abteilung Metadaten des Fraunhofer IDMT und einer der Organisatoren des WSDB 2018.(BUE)


 

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