28.03.2018 | Ausgabe 4/2018

Live-IP-Signale in Datennetzen

Überlegungen aus Sicht der Verkehrtheorie

Einfaches Beispiel für einen endlichen stochastischen Automaten mit zwei Knoten / Quelle: Bernd Hänsch

Das Ziel der Verkehrs- und Bedientheorie ist die Berechnung von Leistungsparametern, z. B. Auslastungsgrenzen oder Pufferlängen bei Netzwerk-Switchen.

Es lässt sich beobachten, dass die quantitativ erfolgreichen Dimensionierungsregeln der klassischen Kommunikationstechnik nur sehr eingeschränkt auf paketorientierte Übertragungssysteme angewendet werden – denn heute typische Datensignale erfüllen die Voraussetzungen nur sehr schlecht, die benötigt werden, um zu ausreichend genauen Schätzungen zu gelangen. In der Folge verlor in jüngster Zeit die Verkehrs- und Bedientheorie im Netzwerkgeschäft an Bedeutung. Für Video- und Audiodatenströme mit hoher Übertragungsrate, wie sie z. B. bei Live-IP-Produktionen verwendet werden, ist dies jedoch anders: Spezielle Eigenschaften der Struktur des Live-IP-typischen Ankunftsstroms, die sich deutlich von denen des gewöhnlichen Datenverkehrs unterscheiden, lassen eine Behandlung der einhergehenden Dimensionierungsfragen mit den Modellen der Bedientheorie wieder sinnvoll erscheinen. 

Die hier vorgestellten Überlegungen werfen einem qualitativen Blick auf die Übertragung von Live- IP-Signalen über paketorientierte Datennetze aus der Perspektive der Verkehrs- und Bedientheorie. Sie sollen helfen, wesentliche Eigenschaften des Paketflusses besser zu verstehen. 

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