06.07.2018 | Ausgabe 7/2018

Internationales Symposium zur Untertitelungstechnologie

Am 24. und 25. Mai 2018 fand am Institut für Rundfunktechnik (IRT) in München das SubTech1 statt, ein internationales, in englischer Sprache gehaltenes Symposium, das sich mit zukunftsweisender, innovativer Untertitelungstechnologie auseinandersetzte.

Quelle: IRT

Mehr als 70 Teilnehmer aus der gesamten Wertschöpfungskette, d. h. Ingenieure, Experten von Standardisierungsorganisationen, Studios, Sendern, Untertitelungsanbietern und Streaming-Anbietern fanden Ende Mai den Weg in die Räumlichkeiten des IRT in München-Ismaning, um sich über die aktuellen Entwicklungen in der Untertitelungstechnologie zu informieren und mit anderen Branchenkennern auszutauschen.

Untertitel sind ein wesentlicher Service für die Zugänglichkeit heutiger Medieninhalte. Sie sind für gehörlose oder schwerhörige Zuschauer von großer Bedeutung, um den Dialog in TV-Sendungen oder Streaming-Diensten zu verfolgen, ermöglichen es aber auch interessierten Zuschauern, die schriftliche Übersetzung eines Dialogs in einer Fremdsprache zu lesen.

Nun ist die Untertitelungs-Community an einem Wendepunkt angelangt. Technische Weiterentwicklungen wie UHD, VR und IP-basiertes Streaming stellen nicht nur etablierte AV-Technologien in Frage, sondern auch die technische Umsetzung von Untertiteln und Bildunterschriften. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die bestehenden Untertitelanforderungen auch in Zukunft erfüllt werden. Während technische Möglichkeiten zur Innovation von Untertitelungsdiensten genutzt werden sollten, müssen Funktionen, die sich im Laufe der Jahre entwickelt und eine hohe Akzeptanz in der Nutzergemeinde haben, kontinuierlich unterstützt werden.

Nachhaltige Fortschritte hinsichtlich Innovationen in der Untertitelungs-Technologie sind nur auf globaler Ebene möglich - Austausch und Koordination sind notwendig. Um dies zu ermöglichen, müssen sich Menschen aus verschiedenen Teilen der Branche, aus Regionen und aus den unterschiedlichen Nutzergemeinschaften persönlich treffen. Dies war der Anlass für das erste Symposium zur Untertitelungstechnologie. Die internationale Community der Branche wurde eingeladen, eine Vielzahl von Aspekten zu diskutieren, die sich auf zukünftige Untertitelungsdienste auswirken. Über 70 Vertreter der gesamten Wertschöpfungskette, Ingenieure und technische Experten von Standardorganisationen, Studios, Rundfunkanstalten, Untertitelungsanbietern sowie Streaming-Anbietern nahmen an dem Symposium teil, um Ideen auszutauschen und zu diskutieren, wie der Übergang bewältigt werden kann.

Während der ersten Ausgabe von SubTech prüften die Experten auf diesem Gebiet eine Vielzahl von Möglichkeiten für die zukünftige Erstellung und Bereitstellung von Untertitelungsdiensten. Unter den Untertitelstandards hat sich IMSC 1.0.1 als Harmonisierungspunkt für Untertitelformate erwiesen: Dieses Format wird von Sendern, Studios und Streaming-Anbietern gleichermaßen genutzt. Open Source spielt auch eine Schlüsselrolle bei der Markteinführung von Untertiteln, und die Künstliche Intelligenz hat gezeigt, dass sie die Produktivität in der Untertitelproduktion steigern kann. Die weltweite Harmonisierung von Untertitelformaten und kompatiblen Bereitstellungsmethoden würde im Gegensatz zu der heutigen Vielzahl heterogener Lösungen wesentlich dazu beitragen, die Anzahl der Untertitel Media Assets und damit die weitere Akzeptanz dieses Zugänglichkeitsdienstes auch in nicht-traditionellen Medien zu erhöhen.

Im Rahmen des zweitägigen Seminars gaben die Referenten am ersten Tag zunächst einen Überblick über die aktuelle Situation der Untertitelungstechnologie in Europa, den USA und Asien sowie über die existierenden Standards. Danach wurden die bisherigen Ergebnisse des EU-geförderten ImAc-Projekts in unterschiedlichen Anwendungsbereichen von Film bis Streaming vorgestellt. Auch Praxisberichte kamen nicht zu kurz. So ging es z. B. um interaktive Untertitelung mit HbbTV, Untertitel in MP4 und DASH oder im VLC-Player.

Am zweiten Veranstaltungstag wurde zunächst erörtert, welchen Einfluss die Verwendung intelligenter Algorithmen auf die Produktion von Untertiteln hat. Dann wurde die Übernahme neuer Untertitelformate diskutiert, die stärker auf die Bedürfnisse der Nutzer eingehen, bevor die Hersteller von Untertitelungs-Tools die Gelegenheit bekamen, ihre Produkte und Lösungen kurz dem Fachpublikum zu präsentieren. Auch für die Nutzung von HDR und immersive Formate (360°- und VR-Content) in Verbindung mit Untertiteln wurden Ideen und Möglichkeiten vorgestellt. Abgerundet wurde die Veranstaltung von einer Podiumsdiskussion, die einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Branche gab.


 

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