31.08.2018 | Ausgabe 8-9/2018

Der begehbare Film der Zukunft

Quelle: ARRI

 

Die Filmbranche gehöre eher nicht zu den treibenden Faktoren der virtuellen Realität, sagt Dr. Johannes Steurer, Teamlead Future Trends & Technology bei ARRI. Trotzdem will man zukunftsweisend investieren: ARRI beteiligt sich mit den Geschäftsbereichen Licht, Postproduktion und Kamera an dem volumetrischen Studio Volucap für die kommerzielle Nutzung des begehbaren Films.

 

Ein Studio für volumetrische Aufnahmen ist in Babelsberg im Auftrag der Volucap GmbH errichtet worden, eine Weiterentwicklung und Vergrößerung des Prototypen, der im Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut entwickelt wurde.

Für die kommerzielle Nutzung der Technik wurde von den interdisziplinären Gesellschaftern ARRI (Arnold& Richter Cine Technik GmbH & Co. Betriebs KG) ,Fraunhofer-Gesellschaft, Interlake System GmbH, Studio Babelsberg AG und UFA GmbH eigens die Volucap GmbH gegründet.

Die Beteiligung sei eine Möglichkeit, in einer frühen Phase Technologien und Marktchancen in den Bereichen VR, AR und MR kennenzulernen und mit zu entwickeln, so Dr. Johannes Steurer, Teamlead Future Trends & Technology bei ARRI.

Die ARRI System Group nahm die Konzeption, die Planung für das Truss und die Beleuchtung sowie die Installation vor.

Das Volumen, in dem eine Szene gespielt werden soll, wurde als Zylinder festgelegt.

Quelle: ARRI

In diesem Zylinder muss der vollkommen diffuse Lichteinfall an jeder Stellehomogen hinsichtlich aller Parameter sein, die für eine Aufnahme erforderlich sind: Beleuchtungsstärke, Farbort und Farbwiedergabe. Als zweite Voraussetzung sollte die Beleuchtung einen homogenen Hintergrund erzeugen, sodass die gespielte und mit 32 Kameras, Maximalanforderungen Blende 11 und Belichtungszeit 1/1000s, gefilmte Szene in der Postproduktion freigestellt werden kann.

Verwendet wurden dafür insgesamt 171 SkyPanelS60-C und 54 SkyPanel S30-C, die einen Lichtstrom von 5,5 Mlm zur Verfügung stellen. Durch reflektierende Flächen konnte die Lichtausbeute des Systems erhöht werden.

Um die Homogenität des Hintergrundes zu gewährleisten, wurde auf der gesamten Höhe der Rotunde ein Diffusor angebracht.

Die leuchtende Fläche wurde erheblich vergrößert und die maximale Leuchtdichte, der ein Schauspieler ausgesetzt ist, auf etwa 30 Prozent des Ausgangswertes der SkyPanels reduziert. Dadurch erhöht sich die Aufenthaltsqualität innerhalb des Studios bei ähnlicher Beleuchtungsstärke.

Der Boden der Spielfläche wurde als Leuchtboden realisiert, um auch eine gleichmäßige Beleuchtung von unten zu gewährleisten.

Die IP-basierte Ansteuerung über sACN jedes einzelnen Scheinwerfers erlaubt auch im Nachhinein die Konfigurierbarkeit der einzelnen Leuchten. Dies macht Firmware-Updates oder auch einen Wechsel des Betriebsmodus möglich. Die DMX-Adressierung der Leuchten in 40sACN-Universen ist an der physischen Verteilung orientiert,derselben Logik folgt auch die IP-Adressierung.Die Verbindung zum Steuerpult wird durch mehrere Luminex 26i Switche gewährleistet, die dezentral in vier Gruppen organisiert und im Studio verteilt sind.

Link-Redundanz und Link-Aggregation zwischen den Switchen sorgen für eine hohe Betriebssicherheit und Bandbreite.

Das User-Interface ist eine software basierte Lösung mit der Möglichkeit zur Erweiterung um Hardware-Steuerkomponenten.

Im nächsten Schritt erfolgt die photometrische und colorimetrische Prüfung des Systems sowie die Kalibrierung, die auf Grund der unterschiedlichen Eigenschaften der Transmissions- und Reflexionseigenschaften der verwendeten Materialien nötig ist.


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