31.08.2018 | Ausgabe 8-9/2018

Von Lissabon in die Welt: Rückblick auf den ESC 2018

Quelle: Ralph Larmann

Als am 12. Mai Netta aus Israel mit ihrem Song „Toy“ die 63. Ausgabe des Eurovision Song Contest in der Altice Arena in Lissabon gewann, schauten erneut Millionen Menschen im TV oder per Live-Stream zu. Ein Blick hinter die Kulissen des Spektakels.

Auch im 63. Jahr seit der Erstausgabe 1956 im schweizerischen Lugano hat der damals noch unter seinem französischen Namen Grand Prix d’Eurovision de la Chanson bekannte Eurovision Song Contest (ESC) nichts von seiner Faszination verloren. Allein in Deutschland verfolgten rund 8,21 Millionen Zuschauer am Samstag, 12. Mai, das Finale des Sängerwettstreits im Ersten und im ARD-Digitalsender One. [1]

Rund 2.000 Journalisten berichteten live vor Ort aus der ausverkauften Lissaboner Altice Arena am Ufer des Tejos.

Als Netta aus Israel mit ihrem Song „Toy“ und einer Gesamtwertung von 529 Punkten vor rund 11.300 Zuschauern in der Halle den Sieg für sich verbuchen konnte, war ein Großteil der Arbeit für die rund 900 Mitarbeiter und 500 freiwilligen Helfer schon getan.

Bereits seit dem 16. April war der Aufbau der technischen Infrastruktur für das Show-Event im Gange. Für die Infrastruktur für Kommunikation und Signalverteilung zeichnete erneut Riedel Communications verantwortlich, die im gesamten Areal mehr als 45 km Glasfaserkabel verlegten und bereits zum 13. Mal in Folge die technischen Ausrüstung des ESC begleitet haben diesmal mit einem 25-köpfigen Team.

Seit diesem Jahr haben Riedel und die EBU ihre Zusammenarbeit auch auf längerfristige vertragliche Basis gestellt und einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Ziel seien vor allem Kosteneinsparungen für die Host Broadcaster. Ola Melzig, Head of Production beim ESC 2018,erläutert: „Da die komplette Venue-Infrastruktur von Riedel kommt, machte es natürlich Sinn, diesen konsequenten Schritt zu gehen.“

Denn in diesem Jahr zeichneten die Wuppertaler nicht nur für den Signaltransport sowie die Bereiche Commentary, Intercom und Funkkommunikation der gesamten Location verantwortlich, sondern lieferten auch die komplette IT-Lösung für die Veranstaltung einschließlich IT-Support.

Quelle: Riedel Communications
Quelle: Angela Bünger

Dem portugiesischen öffentlich-rechtlichen Sender RTP kam diesmal die Rolle des Host-Broadcasters zu. Für die Produktion des weltweiten Übertragungssignals setzten die EBU und RTP auf den Dienstleister Videohouse aus Belgien.

Der mit MediorNet und Artist ausgestattete Ü-Wagen der Belgier wurde in das Gesamtsystem bestehend aus 60 MediorNet MetroN, MicroN sowie ModularFrames eingebunden.

Die dezentrale Video-Kreuzschiene sorgte für den Signaltransport innerhalb der Arena selbst sowie den angeschlossenen Event-Locations.

Quelle: Angela Bünger

Herzstück der Kommunikation sind die Sprecherkabinen für die Kommentatoren der Länder.

Alle 40 verfügten in der Grundausstattung über Workstations, Mikrofone sowie Bestuhlung für zwei Personen und wurden mit CCP-1116-Sprechstellen ausgestattet. In einer Premiere kam eine vollständige SIP-Lösung zum Einsatz, zudem Cymatic Audio uTrack24-Systeme bestückt mit mehreren Angelbird-SSD-Festplatten als Line IDs für das Commentary-System.

Auch die Gewerke Ton, Licht und Pyrotechnik wurden von Riedel in das Gesamtnetzwerk eingebunden. So waren nach Angaben des Unternehmens fast 200 Sprechstellen, drei Dutzend Bolero Beltpacks sowie an die 600 analoge und digitale TETRA-Funksysteme im Einsatz.

Die von Riedel in Zusammenarbeit mit TPO bereitgestellte IT-Infrastruktur umfasste Switches, Serven und 170 WLAN Access Points auf dem Gelände, u. a. für Journalisten im Pressezentrum.

Auch im Bereich Cyber-Security arbeiteten beide Unternehmen eng zusammen.


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