31.08.2018 | Ausgabe 8-9/2018

Mobile Produktion im Schweizer Alpenpanorama

Quelle: Angela Bünger

Immer mehr Inhalte auf immer mehr Plattformen bereitzustellen, setzt Content-Produzenten im Zuge sinkender Budgets unter Druck, nach kreativen und kostengünstigen Lösungen zu suchen. Gleichzeitig erhalten so auch Nischen-Inhalte eine Chance ihr Publikum zu finden. Anlässlich des Red Bull Alpenbrevets in Sarnen (CH) stellte Sony jetzt seinen Virtual Production Service vor, eine cloud-basierte Lösung zur kostengünstigen und schnellen Produktion und Distribution von Live-Inhalten.

Ein cloud-basiertes und hochgradig skalierbares Toolset für eine plattform übergreifende Produktion und Distribution von Inhalten – das stellte Sony mit dem Virtual Production Service im Juli anlässlich des 9. RedBull Alpenbrevet vor.

Bereits seit 2010 lockt das Motorrad-Event Fahrer und Fans in das schweizerische Sarnen. Auf einer Distanz von rund 100 Kilometern durch die Schweizer Bergwelt geht es bei der größten Töffli-Tour in Europa nicht um Geschwindigkeit, sondern primär ums Dabeisein.

Durch die Höhenunterschiede und die großen Distanzen musste für die Produktion infrastruktur jedoch eine kreative und mobile Lösung gefunden werden.

Das Team von Red Bull Schweiz setzte hierzu auf die neue Lösung von Sony und produzierte so einen Live-Stream des gesamten Rennens, der auf den Social-Media-Kanälen des Medienhauses zu sehen war.

Gerade einmal sechs Camcorder und ein Laptop wurden benötigt, um die bewegten Bilder an die Fans vor den Bildschirmen zu liefern. 4G-Konnektivität und Zugriff auf einen cloudbasierten Bildmischer ermöglichten die Aufzeichnung und Ausstrahlung der Inhalte.

Quelle: Sony

Sony hatte im vergangenen Jahr unter anderem beim Filmfestival in Locarno Erfahrungen mit einer mobilen,cloud-basierten Produktion gesammelt, bei der man mit Swisscom zusammenarbeitete.

Die gewonnenen Erkenntnisse konnten so nicht nur in die Lösung einfließen, sondern das Festival-Projekt weckte auch das Interesse von Red Bull, für die Produktion des Alpenbrevet 2018 zusammenzuarbeiten. Hubert Zaech, Production Manager bei Red Bull Schweiz, erläutert: „Virtual Production von Sony war die perfekte Lösung für unsere Veranstaltung. Sie bietet die Freiheit, Flexibilität und Agilität, um Inhalte schnell zu erfassen und bereitzustellen, ohne dass mit viel Aufwand eine physische Infrastruktur an abgelegenen Standorten installiert werden muss.“

Um die Virtual Production-Lösung einsatzbereit zumachen, benötigen Produktionsteams nur ihre Kameraausrüstung. Nach Anmeldung in ihren persönlichen Virtual-Production-Portalen werden dann die Kameras synchronisiert.

Per Funksender können die Kamerateams Inhalte an den  virtuellen Videomischer senden, der in der Cloud über Amazon Web Services gehostet wird. Zudem wird ein Bildmischer über einen Webbrowser an einem beliebigen Standort beim Virtual Production Service angemeldet.

Der Nutzer kann das Kamerabild verändern, Grafiken,Logos und Untertitel hinzufügen und das Ergebnis auf unterschiedlichen sozialen Netzwerken, Websites, Apps oder CDN-Plattformen bereitstellen, darunter YouTube und Facebook Live. Der Einsatz weiterer Software ist nicht erforderlich.

Der Virtual Production Service von Sony soll in Europa ab September 2018 zur Verfügung stehen und nach Angaben des Unternehmens die Lücke zwischen großen, traditionellen Lösungen für die Live-Produktion und mobilen Consumer-Anwendungen für das Live-Streaming schließen.

Das „Pay-As-You-Go“-Konzept ermöglicht die kosteneffiziente Ausstrahlung der Inhalte an die gewünschten Plattformen und soll dabei helfen, die Kosten für Live-Produktionen zu senken.


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