08.02.2019 | Ausgabe 1-2/2019

Wie kann man dem steigenden Bedarf an workflowoptimierten Speicherressourcen begegnen?

Quelle: pixabay

Durch das vermehrte Aufkommen von Inhalten mit höheren Auflösungen steigen auch die Ansprüche an die Arbeitsumgebungen in der Medienbranche. Der Artikel beschreibt, wie sich eine  Speicherumgebung schaffen lässt, die künftigen Arbeitsabläufen standhält.

In der Medienbranche werden in zunehmendem Maße hochauflösende Inhalte verarbeitet, was in direkter Konsequenz das Tempo der digitalen Transformation der Branche weiter beschleunigt. Treiber dieses Trends ist die Mainstream-Akzeptanz von 4K- und HDR-Videos  High Dynamic Range) und der starke Aufwärtstrend bei Anwendungen, die 8K-Formate erfordern. Vor allem Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) boomen von Nachrichtensendungen hin zu Events und Fernsehserien.

So werden die Olympischen Spiele 2020 in Tokio das erste große internationale Sportereignis sein, das nativ in 8K aufgenommen wird. Der japanische Sender NHK wird künftig täglich 8K-Inhalte ausstrahlen. Im Bereich TV-Drama haben sich David Lynch und Showtime zusammengeschlossen, um ein Virtual-Reality-Erlebnis für  den Kultklassiker Twin Peaks zu verwirklichen. Selbst Firmenvideos, die in prominenten Einzelhandelsflächen eingesetzt werden, benötigen mittlerweile 8K-Material.

Diese hochauflösenden erweiterten Videostreams erfordern jedoch beim Ingest eine deutlich höhere Rate,  belegen nach dem Speichern mehr Platz und benötigen bei der Echtzeitbearbeitung deutlich mehr Bandbreite.

All dies führt zu einer wesentlich anspruchsvolleren Umgebung,die von der Speicherlösung unterstützt werden muss. Welche Speichertechnologie ist also erforderlich, um diese Art von Medien zu bearbeiten oder auszustrahlen?

Je nach Anwendungsfall ist die Antwort gar nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Große Festplatten-Arrays sind hervorragend geeignet, um  die Gesamtkapazität und Leistung bereitzustellen, die für die Wiedergabe hochauflösender, unkomprimierter Dateien erforderlich sind. Wenn der Workflow aus mehreren Streams hochauflösender, komprimierter Inhalte besteht, bietet ein All-Flash-Array die beste Mix aus geringer Zeitverzögerung und Leistung. Viele Organisationen arbeiten mit beiden Szenarien gleichzeitig. Wie also muss eine Umgebung beschaffen sein, damit die optimale Speicherressource für die jeweilige Aufgabebereitgestellt werden kann?

Next-Generation-Flash: NVMe
Flash-basierte Solid-State-Laufwerke (SSD) sind eine  ideale Lösung für spezifische Workflows, die in der Branche üblich sind. Mit einer im Vergleich zur Festplatte extrem niedrigen Latenzzeit eignen sie sich vor allem für Aufgaben, die eine hohe I/O-Leistung erfordern. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist NVMe (Non-Volatile Memory Express), ein relativ neues NUMA-optimiertesSpeicherprotokoll (Non-Uniform  Memory Access), das den Host mit dem Speicher- Subsystem verbindet und entscheidende Leistungssteigerungen mit sich bringt. Dennochkönnen Kapazität und damit Kosten zum Thema  werden – vor allem, wenn umfangreiche hochauflösende Inhalte im Spiel sind.

Skalierung flashbasierter Ressourcen
NVMe eignet sich ideal für leistungsstarke Workflows,  insbesondere für Aufgaben wie die Echtzeitbearbeitung von hochauflösenden Inhalten. Wenn Flash-Speicherung allerdings lokal beim Kunden eingesetzt wird, kann es schnell teuer werden. Die neue Technologie NVMe over Fabric (NVMeoF) löst diese Herausforderung: Mehrere  unden können dabei auf ein Blockspeicher-Array zugreifen, das über das Netzwerk gemeinsam genutzt wird. Die Speicherressourcen erscheinen beim Kunden immer noch lokal, werden aber geteilt. So können die Flash-Kosten auf mehrere Kunden verteilt werden – eine drastische Verbesserung der Gesamtrentabilität.

Ausgewogene Verwaltung dynamischer Workflows 
Selbst bei der gemeinsamen Nutzung einer Flash-Ressource ist es nicht ratsam, die gesamte Speicherlösung auf Flash-Basis zu konzipieren. Die meisten Sender und Postproduktions-Studios verfügen über mehrere Workflows, die gleichzeitig laufen. Echtzeitbearbeitung und Farbkorrektur erfordern eine sehr schnelle Speicherung, die Offline-Bearbeitung von hochauflösenden Inhalten jedoch nicht. Zahlreiche Beispiele der Medienworkflows  belegen, dass die gesamte Umgebung ausgewogen und flexibel sein und dennoch einen einheitlichen Zugriff ermöglichen muss.

Hier kann sich ein modernes, hochskalierbares Dateisystem als wertvoll erweisen. Es ermöglicht allen  Benutzern den Zugriff auf Inhalte in einem globalen Namespace, unabhängig davon, auf welcher Speicherebene sich die Daten befinden. In einem gemischten Workflow-Szenario können daher einige Personen über eine sehr schnelle Ethernet-Verbindung auf den Flash-Speicher zugreifen, während gleichzeitig wenigerhoch priorisierte Personen, die über ein Ethernet mit geringerer  Bandbreite an den Netzwerkspeicher angebunden sind, Offline-Bearbeitung vornehmen. Das Ergebnis ist eine kostengünstigere Speicherinfrastruktur und ein optimierter Workflow.

Mehr Effizienz und Mehrwert für die langfristige Datenhaltung 
Für Medienunternehmen deren Datenlebenszyklus über Play outs und Bearbeitung hinausgeht, ergibt sich die zusätzliche Komplexität, mehr Material als je zuvor aufbewahren und schützen zu müssen – zumal der Werthistorischer Inhalte weiter  steigt. Ein Dateisystem mitintegrierter und automatisierter  Tiering-Funktionalität kann in solchen Szenarien, die kosteneffiziente Kapazität und Skalierbarkeit erfordern, vonenormem Wert sein. Richtlinien,  die Inhalte automatisch schützen und in kostengünstigenSpeichermedien archivieren – entweder On-Premise  oder in der Cloud – geben Benutzern die Flexibilität, je nach Anwendungsfall die Kapazitäten an geeigneter Stelle zu ergänzen.

Flexibilität bei der workflowoptimierten Speicherung – die Antwort
Angesichts der Unterschiede in Größe und Umfang der  Unternehmen in der Medien- und Unterhaltungsbranche ist es kein Wunder, dass die Workflows extrem verschiedensind. Es kann daher keine Einheitslösung geben für die Speicherung, Aufbewahrung und den Schutz von  Daten in weltweit führenden Postproduktions-Studios, Rundfunk- und Fernsehanstalten.

Flexibilität wird daher zu einem wesentlichen Merkmal jeder modernen Speicherarchitektur. Eine  solche workflowoptimierte Speicherlösung zeichnet sich insbesondere durch die freie Wahl der Art der Speichermedien (SSD vs. HDD) und der Netzwerkkonfiguration aus, während gleichzeitig der einheitliche Zugriff auf die Multimedia-Inhalte in einem globalen Namespace möglich ist. Wenn die Architektur einer solchen Lösung über mehrere Speicherebenen hinweg konzipiert wird, können Unternehmen zu einem gegebenen Preis die beste Mischungaus Leistung und Kapazität über den gesamten  Lebenszyklus ihrer Daten erhalten.


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