02.12.2019 | Ausgabe 12/2019

Editorial

Martin Braun

Bild: Silvia von Eigen

Martin Braun

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

kann die neue Mobilfunkgeneration 5G einen Brückenschlag zwischen Unicast und Broadcast schaffen? Antonio Arcidiacono, Direktor für Technologie und Innovation bei der Europäischen Rundfunkunion (EBU), betrachtet 5Gi n diesem Zusammenhang jedenfalls als große Chance und als einmalige Möglichkeit, zum ersten Mal weltweit einen einheitlichen Rundfunkstandard durchzusetzen (Seite 16).

Media Broadcast-Chef Arnold Stender ist da skeptischer – vor allem hinsichtlich „noch fehlender Geschäftsmodelle“. Bis die Technik für die terrestrische Verbreitung von linearem TV in Betracht kommen könnte, werde es daher voraussichtlich „noch viele Jahre dauern“, sagt Stender im FKT-Interview. Gleichwohl verschließt man sich in Köln dem Thema nicht: Media Broadcast plant einen eigenen Feldtest mit 5G Broadcast und will der paneuropäischen Initiative 5G-MAG beitreten.

Bereits mittelfristig könnte 5G dagegen in der Studioproduktion und bei Live-Übertragungen eine wichtige Rolle spielen – künftig lassen sich noch mehr Kameras drahtlos betreiben, was wiederum die Produktion noch flexibler macht. Welche neuen Optionen 5G-Campuslösungen bieten, war auf den Münchner Medientagen zu erleben (Seite 14).

Es ist keine Kaffeesatzleserei, dass die rasante fünfte Generation künftig für eine noch stärkere mobile Mediennutzung sorgen wird. Umso mehr sind Rundfunkanstalten und Medienhäuser gefragt, sich noch intensiver mit crossmedialem Publizieren zu befassen. Wie der Weg von der Idee zur multimedialen Story aussehen kann, skizziert ein Beitrag ab Seite 18.

Eine Brücke zwischen Broadcast und IP will auch das EU-Projekt „HRADIO“ schlagen, bei dem ein einheitliches, personalisierbares und interaktives Radiosystem entwickelt werden soll. Wie das Institut für Rundfunktechnik, die Universität München und weitere Partner dieses ehrgeizige Ziel erreichen möchten, beschreiben unsere Autoren Alexander Erk und Markus Friedrich ab Seite 36.

Eine aufschlussreiche Lektüre wünscht Ihnen
Martin Braun

PS: Im Namen des Fachverlags Schiele & Schön wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, liebe Autorinnen und Autoren, ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest. Kommen Sie gut und gesund ins neue Jahr –auf ein friedliches 2020.


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