06.03.2019 | Ausgabe 3/2019

Editorial

Bild:Hannah van Alen

Bild:Hannah van Alen

Liebe Leser,

neulich war ich für ein Projekt außerhalb der Bewegtbildbranche unterwegs. Ich traf einen Unternehmer zum Interview, in dessen Bereich die Digitalisierung gerade Einzug hält. Eine traditionelle Branche, die noch sehr vom persönlichen Kontakt lebt. Wie geht man dort mit der digitalen Disruption um? Sinngemäß antwortete er, die Entwicklung smarter Geräte und die damit gewonnene Mobilität  sei ein solcher Meilenstein gewesen, dass es unmöglich sei, vorherzusagen, wie wir Menschen in ein paar Jahren arbeiten und leben. „Neugierig sein, beobachten und dabei im Gespräch mit den Nutzern bleiben, dann eine gute (technische) Basis schaffen und auf dieser Stück für Stück ausprobieren, was noch geht“, so sein Motto als Hersteller.

Ein Motto, dass umso mehr für die Medienbranche gilt, die ja schon mitten im Umbruch steckt. Für uns ist es inzwischen normal geworden, Video- und Audioinhalte mobil auf dem Smartphone oder Tablet zu konsumieren. Doch noch steht dem Siegeszug des mobilen Fernsehens zumindest die für hochauflösende  Videos benötigte Leistungsfähigkeit der Übertragung entgegen. Kein Wunder also, dass das Thema 5G sich in unserer Themenausgabe zum „Schwerpunkt im Schwerpunkt“ entwickelt hat. Wir beleuchten hierzu aktuelle Forschungsprojekte und sehen uns einige Herausforderungen an, die es noch zu lösen gilt. Alle Beiträge zum Schwerpunkt 5G erkennen sie am roten Punkt auf der Seite.

Weiterhin beschäftigen wir uns mit dem Thema Microservices in der Medienbranche und blicken zurück auf das Sandbox-Event am IRT. Zu guter Letzt liefern wir den zweiten Teil des Beitrags zum ARD-Medienfiletransfer 2.0 und haben Yvonne Thomas zum Interview gebeten. Dort spricht sie über ihre Arbeit als Produktmanager sowie ihre Ziele als SMPTE Education Director.

Bevor ich Sie jetzt in die Lektüre entlasse, möchte ich noch einmal auf das Eingangszitat zurückgehen, da es für mich zentral für unsere digitale Gesellschaft steht und branchenübergreifend gültig ist. Ich erlebe es häufig, dass Artikel im Zuge der beruflichen Spezialisierung nur nach dem eigenen Schwerpunkt ausgesucht werden. Das Interesse für neue, vielleicht gar fachfremde Bereiche bleibt meist auf der Strecke. Doch unsere Branche lebt von der Erneuerung, und diese ist untrennbar mit dem Erschließen neuer Themenfelder verbunden. Bleiben Sie also neugierig!

Herzlichst Ihre
Angela Bünger


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