06.03.2019 | Ausgabe 3/2019

ZDFkultur mit neuem Digitalangebot

Das interaktive Museumsmodul „Digitale  Kunsthalle“ / Bild: ZDF/Patrick Pees

Das interaktive Museumsmodul „Digitale Kunsthalle“ / Bild: ZDF/Patrick Pees

Das Verständnis von Kunst und Kultur fördern, Kulturinhalte für jedermann zugänglich machen und eigenproduzierte kulturelle Inhalte vorstellen, das möchte  das ZDF mit der jetzt in Berlin vorgestellten interaktiven Plattform von ZDFkultur. Die Themen reichen dabei von Design und Kunst über Musik, Kino und Theater bis in zu Gaming, Alltags- und Hochkultur werden bunt  gemischt. 35 Kulturpartner aus allen 16 Bundesländern tragen laut Sender zum Angebot bei, darunter die Stiftung Bauhaus in Dessau, die Semperoper in Dresden oder die Berlinale.

Die Kulturprogramme der ZDF-Senderfamilie werden bei ZDFkultur digital neu kuratiert und sollen besser auffindbar  werden. Neu gestaltete Inhalte für eine digital affine Zielgruppe sollen hinzukommen. Insgesamt 15 neue Bewegtbildformate rund um das Kulturschaffen werden dazu ins Leben gerufen. Um auch jüngere Zielgruppen zu erreichen, will man die Inhalte von ZDFkultur auch für Drittplattformen wie Facebookerstellen. Perspektivisch sollen auch Instagram und YouTube bespielt werden.

Neben Inhalten von sozialen Medien und klassischen Webvideos setzen der Sender und seine Kulturpartner auf innovative Technologien. Im Rahmen der „Digitalen Kunsthalle“ bewegen sich die Zuschauer z. B. innerhalb  eines interaktiven Web-Moduls durch ein virtuelles Museum und erhalten weitere Informationen zu den gezeigten Kunstwerken. Interaktiv geht es auch beim „Geheimnis der Bilder“ zu, das auf allen Endgeräten nutzbar ist.

Klickpunkte führen den Zuschauer in die Welt der Bilder  ein und zeigen Hintergründe auf. In Sachen Video setzt man zudem auf 360°-Video, Virtual Reality und Volumetrie. An der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf entstand zum Beispiel die 360-Grad-Dokumentation „ROOMS“. Auch der Film „Kultur-Baustelle Berlin“, der den Zuschauer u. a. mit zu Baustellen der Museumsinsel in Berlin nimmt, setzt auf virtuelle Rundgänge in 360 Grad.

Eine neue Form des Storytellings stellt auch die Volumetrie dar. Seit der Eröffnung des volumetrischen   Studios in Potsdam-Babelsberg im letzten Jahr, welches das Scannen von Personen und Objekten und deren Einsatz n virtuellen Welten oder realen Szenen ermöglicht, ist das Interesse an dieser Technologie ungebrochen. Das ZDF hat nun für ZDFkultur ein volumetrisches Video produziert und ist damit im Bereich Kultur Vorreiter im deutschsprachigen Raum. Die volumetrische Installation können Besucher auf Messen erleben. Das360-Grad-Video hierzu, ein Theatermonolog im Webvideoformat „MonoDrama“, soll in der ZDFmediathekabrufbar sein.

Auch wenn der Sender mit dem Angebot ZDFkultur die kulturellen Angebote der ZDF-Sendefamilie  bündelt, ist die vor rund zwei Jahren neu gelaunchte ZDFmediathek die Basis für alle Online-Aktivitäten. Die Plattform wird nach eigenen Angaben beständig weiterentwickelt, um die Auffindbarkeit von Inhalten, Ladezeiten und Qualität der Videos zu verbessern oder  auch um dem Nutzer das Zurechtfinden in den interaktiven odulen zu erleichtern. Dabei soll die Wiedergabe  der Inhalte über alle Geräte und Plattformen hinweg sichergestellt sein.

Ein klares Ziel hat der Sender dabei sicher vor Augen:Nutzer weg von Streamingdiensten und Drittplattformen zu den eigenen Online-Angeboten locken. Das allein ist schon ein ambitioniertes Ziel, wenn man sich die Sehgewohnheiten allgemein und besonders die der jungen Zielgruppe anschaut. Wie dies im Zusammenhang mit dem Thema Kultur gelingt – man darf gespannt sein.


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