13.06.2019 | Ausgabe 6/2019

Zukunftsvisionen einer digitalen Welt

Bild: SAE Institute GmbH

Vom 17. bis 19. Mai lud das Schauspiel Köln an der Spielstätte am Offenbachplatz in der Kölner Innenstadt zur Performance von „Digi/Topia“, einer Art „visionäres Zukunftslabor“. Im Zentrum des Geschehens standen die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Alltag des Menschen.    

Wie gehen wir mit neuen Technologien, Updates und Upgrades, mit Augmented oder Virtual Reality um? Ist unsere digitale Welt eine Welt voller Möglichkeiten und Innovationen? Oder sollten wir uns und die Macht der Künstlichen Intelligenz frühzeitig hinterfragen? Diesen und weiteren Fragen widmete sich „Digi/Topia“, eine performative Reise in die Zukunft, von Freitag, dem 17. Mai bis Sonntag, dem 19. Mai, auf dem Kölner Offenbachplatz.

Bei der ausverkauften Premiere unter Regisseur und Theaterpädagoge Basam Ghazi vom Schauspiel Köln erforschten 30 Schauspielkünstler zwischen 13 und 78 Jahren und vier Master-Studenten des SAE Institutes in Köln Utopien und Dystopien der digitalen Welt und stellten ihre Untersuchungen dem Kölner Publikum in einem performativen Experiment vor. In der jeweils 90 Minuten  auernden Inszenierung durchliefen die Zuschauergruppen mehrere Performance-Stationen, an denen sie mit den verschiedensten Medien und Situationen konfrontiert wurden. Dokumentiert wurde das Performance- Experiment zudem auf Instagram unter dem Hashtag #digitalnatives19.

Ghazi arbeitete dabei seit Herbst 2018 intensiv mit den Master-Studenten Robert Meisel, Patrick Böttcher,  Kai Knappert und Konstantin Filippov des SAE Institutes Köln zusammen. Neben technischem Input wie Virtual Reality-Elementen, 360°-Filmen oder der Entwicklung von künstlicher Intelligenz für einen interaktiven Sprachcomputer steuerten die Studenten des Masterstudienganges „MA/MSc Professional Practice (Creative Media Industries)“ bei der 90-minütigen Inszenierung nicht nur technisches Fachwissen, sondern auch künstlerische Details bei, wie etwa Musikkompositionen oder Sound Design.

Die Aufführung von „Digi/Topia“ war eine Kooperation zwischen Schauspiel Köln, der Union des Théâtres de l’Europe (UTE) und dem SAE Institute Köln und wurde durch das Programm Kreatives Europa der Europäischen Union kofinanziert. Das Stück ist im Rahmen  des Gesamtprojekts „Digital Natives“ entstanden, einer Kooperation zwischen fünf der Mitgliedsbühnen der UTE: Volkstheater Wien, Comédie de Reims, Ungarisches Theater Cluj, Schauspiel Köln und Nationaltheater Nordgriechenland in Thessaloniki.

Ausgangspunkt der Zusammenarbeit war das Stück „Concord Floral“ von Jordan Tannahill, ein Stück über die Identität und Interaktionen von Jugendlichen, die Kraft der Wahrnehmung und Technologie. Die fünf Theater  sollten den Text aufnehmen und daran arbeiten, indem sie entweder eine Produktion inszenieren oder ihre Themen als Grundlage für Workshops mit Teenagern verwenden. Zusammen mit den Amateurschauspielern sollte während der Proben gleichzeitig ein digitales Experiment entwickelt werden.

Diesen digitalen Experimenten standen im Laufe des Projekts vier Konferenzen gegenüber, die es den Menschen ermöglichen, das Thema mit den Augen von Akademikern Experten sowie Digital Natives zu betrachten.

Das Schauspiel Köln feierte die Premiere „Concord Floral“ im Herbst 2019. Hierzu hatte man das Stück im Kölner Stadtteil Chorweiler angesiedelt und mit zehn Jugendlichen aus dem Viertel ohne Theatererfahrung eine Adaption erarbeitet. Ziel war es Themen wie Tod, Freundschaft und die Bedeutung eines reinen Gewissens in der heutigen Zeit, die von Smartphones und dem Internet dominiert wird, zu untersuchen. Das Stück wird am 9. Juli 2019 letztmalig am Offenbachplatz in Köln zu sehen sein. (bue)

Quellen:
www.sae.edu
www.schauspiel.koeln/spielplan/monatsuebersicht/digitopia
https://www.union-theatres-europe.eu/digital_Natives 


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