30.08.2019 | Ausgabe 8-9/2019

Editorial

Liebe Leser,
mit Inbetriebnahme des ersten Knotens des sogenannten „Arpanet“, startete vor 50 Jahren der Vorläufer des Internet und das erste Computer-Netzwerk. Das    rpanet sollte Bildungsinstitute in den USA miteinander vernetzen und somit den wissenschaftlichen Austausch unter den angeschlossenen Universitäten erleichtern. Bis zur Kommerzialisierung des Internets 1989/90 war es da allerdings noch ein weiter Weg.

Heute können die meisten sich ein Leben ohne das World Wide Web nicht mehr vorstellen. Beruflich oder privat sind die meisten von uns täglich online. Disruptive Businessmodelle haben ganze Branchen durchgeschüttelt und neue Berufsbilder entstehen lassen, andere hingegen komplett abgeschafft. Und der  Siegeszug geht weiter: KI und Machine Learning sind die Themen der Stunde, neue „smarte“ Technologien treiben die weltweite Vernetzung immer weiter voran, die Smart City, vernetzte Fahrzeuge und mehr sind keine ferne Zukunftsmusik, sondern zum Greifen nah.

Doch es gibt auch Kritiker: Neben Themen wie Datenschutz und -kontrolle geht  es dabei vor allem um die sozialen Auswirkungen der Vernetzung: Arbeit undFreizeit verschwimmen durch ständige Erreichbarkeit und Arbeitsmodelle im  Homeoffice, Erschöpfung und Depression nehmen nicht nur bei Berufstätigen, sondern schon bei Schülern ständig zu. Mangelnde persönliche Sozialkontakte und der selbstauferlegte und durch Bilder in den sozialen Medien befeuerte Druck, immer perfekt sein zu müssen, tun ihr übriges hinzu. Social Media haben auch zur zunehmenden Verbreitung von Hass- und Falschkommentaren beigetragen, sehr spät (zu spät?) wurde mit der Bekämpfung begonnen. Ob die letztlich gewählten Mittel die richtigen sind, darüber streiten sich die Experten.

Die vollständigen Auswirkungen der digitalen Arbeits- und Lebenswelt auf den Menschen werden wohl erst von den nachfolgenden Generationen vollständig entschlüsselt werden können. Fest steht jedoch, dass wir an der Schnittstelle Mensch/Technologie in Zukunft vermehrt Fachleute benötigen, die sich mit  genau diesem Thema beschäftigen und gegebenfalls geeignete Lösungsansätze erarbeiten, damit wir von den positiven Seiten der Technologienentwicklung weiterhin profitieren können.

Herzlichst Ihre


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