07.05.2020 | Ausgabe 05/2020

Editorial

Bild: Silvia von Eigen

Bild: Silvia von Eigen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es sind schon ziemlich beeindruckende Zahlen: 2.000 Stunden Audio- und Videomaterial sowie 100.000 Textdokumente pro Tag kann die ARD mit ihrer Mining-Plattform automatisch erschließen und damit zur schnellen Recherche und Nutzung zugänglich machen. Möglich wird dies mit Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI), die der Senderverbund gemeinsam mit dem Fraunhofer IAIS entwickelt hat (Seite 22).

Dieses Mining (englisch für Bergbau, Abbau bzw. Förderung) ist mitunter wirklich harte Arbeit, insbesondere die Erschließung von Videomaterial erweist sich als äußerst komplex. Warum hierbei die Bereitstellung von Trainingsdaten extrem aufwendig ist und welche weiteren Pläne sie für die Plattform hegen, erläutern Dr. Dirk Maroni vom WDR und Dr. Joachim Köhler vom Fraunhofer IAIS im exklusiven FKT-Interview ab Seite 26.

KI-basierte Technologien können auch in Radiostationen eine große Rolle spielen – etwa, wenn es um die Interaktion zwischen Machern und Hörern geht. Chatbots beantworten Standardanfragen, Social-Media-Nachrichten werden automatisch mit Programmelementen verknüpft, Bilder und Videos automatisch analysiert. Wie die Integration solcher Dienste in ein Radioredaktionssystem gelingt, hat das europäische Projekt „MARCONI“ untersucht (Seite 28).

In dieser Ausgabe widmen wir den Themen Künstliche Intelligenz und Deep Learning einen Schwerpunkt – ganz konkret auch mit Blick auf die Anforderungen moderner TV-Produktion, die heute nach inhaltlich automatisierter Metadatenerzeugung verlangt. Ohne Zweifel: Künstliche Intelligenz wird weiter stark an Fahrt aufnehmen und künftig einfach in jeden IT-Werkzeugkasten gehören, schreibt unser Autor Ralf Jansen (Seite 11).

Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen

Martin Braun

PS: Metadaten, genauer gesagt mögliche „Wege aus dem Metadatenchaos“, standen auch im Mittelpunkt des ersten FKTG-Webinars. Da die ursprünglich für Juni geplante Fachtagung wegen der Coronavirus-Krise verschoben werden musste, organisierten Vorstand und Geschäftsführung flugs eine neue Veranstaltungsreihe als digitale Alternative. Die Premiere ist gelungen (Seite 39), weitere Expertenrunden sind für Mai und Juni geplant.


 

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