07.10.2021 | Ausgabe 10/2021

Von der Kamera mobil in die Cloud

Quelle: Sony

Sony hat mit dem „C3 Portal“ eine neue Lösung vorgestellt, mit der professionelle Videokameras mithilfe einer mobilen Verbindung mit der Cloud verbunden werden können. „Dieser digitale, moderne Workflow ermöglicht es, Inhalte schnell und stabil vom Drehort zum Schnittplatz zu bringen“, betont Khan Odza, Solutions Marketing Manager bei Sony, im Gespräch mit FKT.

Kameraleute und Produktions-Teams vor Ort können ihre Dateien über das C3 („Camera-Connect-Cloud“) Portal mit dem Smartphone via 5G, 4G (LTE) oder per WLAN-Verbindung in die Cloud senden. So gelangen die Daten auf direktem Weg an den Schnittplatz oder in die Live-Produktion. Herzstück ist die C3 Portal-App, verfügbar für Android und iOS.

Metadaten-Anreicherung
Beim Upload in die Cloud wird die Aufnahmedatei automatisiert um Metadaten ergänzt. So umfassen Sonys „NRT-Metadaten“ Angaben etwa zum Modellnamen der Kamera, zu Seriennummer, Firmware-Version, Datum, Uhrzeit, Geolocation, Dateiformat, Auflösung, Codec-Informationen, UMID, Timecode und Dauer. Wenn Kameraleute, Reporter oder Regisseure die Metadaten zur Planung, wie etwa Mitarbeiternamen oder Videothemen, einrichten und diese vor einer Aufnahme über das C3 Portal an Smartphones und Kameras senden, werden diese Metadaten automatisch den Dateien zugewiesen. Parallel dazu können Kameraleute Kommentare und sogenannte „EssenceMarks“ hinzufügen, wenn sie sich eine Vorschau von Proxy-Dateien in XAVC ansehen, die an das Smartphone gesendet werden. Das Unternehmen setzt beim Datentransfer in die Cloud auf eine gestaffelte Datenübertragung („chunk file transfer“): Mit dieser Funktion können Benutzer bereits während der Aufnahme Dateien an die Zentrale senden, was die Bearbeitungszeit in der Produktion verkürzen soll. „Dies kann als Übertragung einer wachsenden Datei betrachtet werden“, erläutert Odza. So könne etwa ein zehnminütiges Material innerhalb von 45 Sekunden nach dem Ende der Aufzeichnung für die Bearbeitung zur Verfügung stehen. Die Proxydatei wird dabei kontinuierlich als wachsende Datei in die Cloud hochgeladen – in Form von „Chunks“. Die Größe der Chunks ist auf drei Optionen festgelegt: 30 Sekunden, 1 Minute und 2 Minuten. „Natürlich hängt dies auch von der für den Upload verfügbaren Bandbreite ab“, betont der Sony-Experte.

Über das C3 Portal von Sony lassen sich professionelle Videokameras mobil mit der Cloud verbinden.
Über das C3 Portal von Sony lassen sich professionelle Videokameras mobil mit der Cloud verbinden. // Quelle: Sony

Fernzugriff
Die in die Cloud geladenen Dateien werden vom Drehort aus mit dem Produktionszentrum geteilt. Dadurch können sich Kamerateams, Redakteure, Produzenten und Kunden zeitnah und per Fernzugriff an der Erstellung der Inhalte in der Cloud beteiligen. Aus der Ferne lassen sich Funktionen wie Zoom, Fokus, Blende, Gain, Shutter, Weißabgleich sowie Aufnahmestart und -ende steuern. „Außerdem können wir alle Dateieinstellungen aus der Ferne hochladen und aktivieren“, erläutert Khan Odza.

Anbindung KI-basierter Dienste
Mittels Spracherkennung unterstützen zudem Sprachezu- Text-Funktionen die Postproduktion durch die Integration des Media Analytics Portals – des cloudbasierten KI-Dienstes von Sony. Künftig sind hier weitere cloudbasierte funktionelle Ergänzungen möglich. „Da steckt ein ganzes Ökosystem dahinter“, sagt Khan Odza. Version 1.0 des C3 Portals will Sony Ende November 2021 veröffentlichen. C3 Portal-Lizenzen sind dann über den Sony Sales-Channel erhältlich und lassen sich individuell anpassen, etwa an die Nutzeranzahl, an Datendienste und gewünschten KI-Funktionen. Produktionsseitig lässt sich das C3 Portal in verschiedene cloudbasierte Dienste von Sony und von anderen Drittanbietern sowie direkt in nicht-lineare Schnitträume einbinden.


 

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