05.11.2021 | Ausgabe 11/2021

Breaking News ohne Breakdown: So können Medienanbieter ihre IT resilient machen

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Der moderne Medienkonsum findet vor allem online statt. Im Internetzeitalter haben sich Verbraucher an die umfassende Verfügbarkeit von Inhalten von nahezu jedem Ort und vor allem an kurze Ladezeiten gewöhnt. Damit Inhalte in Echtzeit – oder zumindest möglichst nah an dieser – bereitgestellt werden können, bedarf es technologischer Raffinesse, die kaum ein Leser oder Zuschauer vermuten würde. Wer Content liefert, muss sich zwangsläufig auch mit Themen wie Traffic-Volumina und Spontanbelastung auseinandersetzen, um die auf Konsumentenseite erwartete Verfügbarkeit von Inhalten zu gewährleisten.

Gerade Nachrichtenportale und Plattformen mit Subdomains sehen sich – umso mehr, seitdem die Pandemie die Nachfrage nach tagesaktuellen Informationen rund um Inzidenzen, Einschränkungen und deren Lockerungen in die Höhe schnellen ließ – mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, die ihre Infrastruktur an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit bringen können. Erhöht sich der Traffic schlagartig, muss diese entsprechend aufwändig mithilfe zusätzlicher Hardware skaliert werden, die im Hot-Standby-Modus einer Überlastung vorbeugt. Das ist mühsam und teuer.

Geschieht das nicht, droht, was Nachrichtenanbieter und Medienhäuser wohl am meisten fürchten: ein temporärer Zusammenbruch der Angebote und damit die wenig verlockende Aussicht, den Kunden keine aktuellen News bieten zu können. Als Ergebnis wandert das enttäuschte Publikum zu anderen Portalen ab.

Auf Geschwindigkeit, Verfügbarkeit und umfassende Reaktionsfähigkeit kommt es an. Und die können nur gewährleistet werden, wenn sich die IT-Landschaften der Anbieter entsprechend der (schwankenden) Nachfrage ständig weiterentwickeln. Der technologische Schlüsselbegriff im Hinblick auf eine weitgehend volumenunabhängige Performance bei der Bereitstellung von Inhalten lautet Content Delivery Network (CDN). Ein solches externes Netzwerk bietet unter anderem die Kapazität, Inhalte auch und gerade bei sehr hohem Aufkommen zwischenzuspeichern, den Traffic damit vom Ursprungsserver abzuleiten und unverträgliche Spitzen für die Unternehmens-IT auf diese Weise zu vermeiden. Als ein Netz regional verteilter und über das Internet verbundener Server, liefert es Inhalte – insbesondere große Mediendateien – aus und gewährleistet auch bei großen Lastspitzen einen optimalen Datendurchsatz.

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Mit smarten Lösungen gegen das Traffic-Chaos
Medienhäuser müssen sich für die nahtlose Bewältigung von Lastspitzen wappnen, um ihren Kunden – ihren Lesern, Zuhörern und Zuschauern – ein stets gleichbleibend hochwertiges Angebot machen zu können. Digitale Angebote vieler Unternehmen stehen seit Beginn der Pandemie vor neuen Herausforderungen für ihre IT-Infrastruktur. Anfragen und Zugriffe auf Unternehmensseiten explodierten förmlich und die IT-Infrastruktur war schnell überlastet.

Es gilt, eigene Serviceversprechen halten zu können und Online-Lesern schnellen Content und gute Qualität liefern zu können, die IT-Strukturen zu optimieren und auf die neue Lage einzustellen. Content-Delivery-Network-Spezialisten wie Akamai können mit entsprechenden Lösungspaketen für eine deutlich resilientere Infrastruktur sorgen, die News sowie redaktionelle und werbliche Inhalte unabhängig vom aktuellen Traffic nahezu latenzfrei und in hoher Qualität bereitstellen können.

Als eines der größten Medienunternehmen in Deutschland muss auch BurdaForward für die nahtlose Bewältigung von Lastspitzen gewappnet sein, um seinen Lesern, Zuhörern und Zuschauern ein stets gleichbleibend hochwertiges Angebot machen zu können. Zu Beginn der Pandemie schnellten die Anfragen und Zugriffe auf die Seiten des Unternehmens in die Höhe – bis zu 40 Millionen Einzelbesucher im Monat und bis zu 6.000 Besucher pro Sekunde, die besondere Herausforderungen für die IT-Infrastruktur hinter dem Medienangebot bedeuteten. Medienanbieter sind deshalb neben hoher Qualität und kurzer Ladezeiten bei den Inhalten auch auf hohe Resilienz der Infrastruktur angewiesen.

Ausreichend Kapazitäten, stabile Angebote – mit Ausbaupotenzial
Dabei spielt unter anderem Dynamic Site Delivery, die dynamische Bereitstellung von Websites, eine entscheidende Rolle. Publisher können mit dieser Technologie einen Großteil ihrer Inhalte im CDN zwischenspeichern und so Hausserver entscheidend entlasten. Sie ermöglicht außerdem maximale Einsparungen bei den Infrastrukturkosten, indem die Bereitstellung statischer und dynamischer Webinhalte auf einer externen Plattform gecacht wird und so für Entlastung sorgt.

Leser verlassen Seiten oft sofort, wenn Inhalte nicht laden. Um Problemstellen und Abstürze bei Websites zu vermeiden, können Traffic-Management-Tools, die auf einem großen DNS-Netzwerk basieren, durch einen globalen Serverlastausgleich für höhere Resilienz und Leistungsfähigkeit sorgen. Lässt sich ein Lastausgleich mit hoher Geschwindigkeit durchführen und umfassend skalieren, können Anwender einen schnelleren und zuverlässigeren Zugriff auf Websites und Anwendungen während Zugriffsspitzen sicherstellen. Dabei gibt es Unterschiede zwischen herkömmlichen, hardwarebasierten Lösungen im Rechenzentrum und internetbasierten Ansätzen, die intelligente Routing-Entscheidungen in Abhängigkeit vom Zustand des Rechenzentrums und des globalen Traffics treffen.

Damit Webseiten und Anwendungen ordnungsgemäß angezeigt werden können, müssen Betreiber ihre DNS-Infrastruktur ausfallsicher gestalten. Eine Möglichkeit dafür ist die Redundanz mindestens zweier DNS-Server, damit bei einem Ausfall des ersten Servers der zweite einspringen kann. Alternativ zu diesem Ansatz kann auch ein autoritativer DNS-Service genutzt werden, der die DNS-Auflösung an den Netzwerkrand – die Edge – verlagert. So kann sichergestellt werden, dass der DNS-Service – und somit das Online-Angebot des Verlags – verfügbar bleiben.

Die immer beliebteren Video-Inhalte sorgen beim Publikum schnell für Frustration, wenn es etlicher Zeit Bedarf, bis sie abgespielt werden können. Langsam ladende Bewegtbildinhalte werden nur von wenigen, geduldigen Nutzern angesehen. Das macht eine stabile und vor allem schnelle Verfügbarkeit elementar, um videoaffine Nutzergruppen zu erreichen. Leistungsstarke Mediaplayer müssen deshalb in der Lage sein, Inhalte über alle Plattformen hinweg in höchster Qualität schnell bereitzustellen und auch Werbeanzeigen, Untertitel und Analyse-Tools unterstützen.

Skalierbare CDN-Lösungspakete bieten zusätzlich einen entscheidenden Vorteil: Mit ihnen können aktuell und künftig schneller und leichter neue Funktionen realisiert und angeboten – und damit weitere Wachstumspotenziale erschlossen – werden.

Eine adäquate Ausstattung und Auslegung der Unternehmens-IT ist gerade bei Medienanbietern sehr relevant. Das gilt nicht erst seit Beginn der Pandemie und dem durch sie getriebenen Nachrichtenhunger – doch sie hat vielen Medienunternehmen vor Auge geführt, worauf sie bei Aufbau und Instandhaltung ihrer Infrastruktur achten müssen. „Site temporarily down“ kann für Online-Angebote innerhalb von Augenblicken einen spürbaren Reichweitenverlust bedeuten, in jedem Fall aber einen massiven Verlust des Verbrauchervertrauens. Mehr noch als anderswo heißt es deshalb hier: Vorbeugen ist besser als heilen.


 

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