11.03.2021 | Ausgabe 3/2021

Trend zu mehr Bandbreite

TV-Wintersport als Remote-Produktion

Quelle: VIDI / Dominik Berchtold

Wintersport in pandemischen Zeiten hat nicht nur zur Folge, dass große Veranstaltungen wie die
Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Oberstdorf gänzlich ohne Zuschauer auskommen müssen.
Auch hinsichtlich Produktion und Übertragung solcher Sportevents stehen Sender und technische
Dienstleister heute vor neuen Aufgaben – gilt es doch, den Balanceakt zwischen Qualitätsanspruch
und den aktuell eingeschränkten Möglichkeiten zu meistern.

Das ZDF etwa hat bei den Planungen für die Wintersport- Saison 2020/21 stärker als je zuvor auf zentralisierte Produktion („remote production“) gesetzt. Üblicherweise sind die Mainzer bei derlei prestigeträchtigen Großveranstaltungen mit einem eigenen Ü-Wagen am Platz des Geschehens und greifen die Signale direkt vom Host-Broadcaster ab. Nicht so in diesem Jahr: „Im Vorfeld war uns klar: Wir ziehen den ZDF-Ü-Wagen nach Mainz“, berichtet Jörg Bößendörfer, Technischer Leiter beim „Zweiten“. Das galt für Vierschanzentournee, Biathlon-Weltcup und Ski-WM gleichermaßen. Zu den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Oberstdorf hat das ZDF zudem das National Broadcast Center (NBC) im Mainzer Sendezentrum 2 aufgesetzt.

Hohe Übertragungskapazitäten
Bei der Remote-Anbindung kam der Dienstleister VIDI ins Spiel: Allein für die Ski-WM in Oberstdorf hat der Darmstädter Videospezialist 32 Sendeleitungen, 8 Rückleitungen, 1 MADI-Leitung und diverse Datenleitungen realisiert (siehe auch Tabelle „Daten und Fakten“). Die große Anzahl der Sendeleitungen erklärt sich durch die unterschiedlichen Schauplätze, die eine solche WM naturgemäß mit den Wettbewerben Langlauf und Ski-Springen auszeichnet. „Und auch die redaktionelle Vorberichterstattung macht dies notwendig“, erläutert Bößendörfer – etwa, wenn es darum geht, parallel einen Langläufer beim Aufwärmen einzufangen und an der Sprungschanze die Reaktion eines Konkurrenten ins Bild zu bringen. Dafür braucht es entsprechende Kapazitäten. „Eine solche Leitung im Livebetrieb heiß zu schwenken, wäre viel zu risikoreich“, sagt Bernd Meinl, Sales Director bei VIDI.

Zuverlässiger Support
VIDI ermöglicht die terrestrische Übertragung per Glasfaser „mit geringen Latenzzeiten, hohen Bandbreiten, Rückleitungen und sehr guter technischer Performance“, betont Meinl. Angesichts der wachsenden Bedeutung von Remote-Produktionen geht der Trend dabei zu noch mehr Bandbreite im 10 Gpbs-Bereich, wie Robert Oszvald, Director of Event Services bei VIDI in der Gesprächsrunde „Vendor Perspectives: Winter Sports Challenges and Opportunities“ skizziert.

Außerdem setzen die VIDI-Ingenieure auf zuverlässigen Support: „Wir haben unser Network Operation Center NOC bei den Übertragungen besetzt und sind vor Ort“, sagt Meinl. In Oberstdorf war VIDI mit eigenem Personal, eigener Technik und einem eigenen Ü-Wagen vertreten – unter den gegebenen aktuellen Hygienevorschriften. So wurden die VIDI-Mitarbeiter vor Dienstantritt auf Covid getestet.

Fazit
VIDI hat sämtliche Wintersport-Übertragungen als Remote- Produktionen realisiert – bis Redaktionsschluss liefen dem Unternehmen zufolge alle Übertragungen einwandfrei und zur vollsten Zufriedenheit der Kunden. In Zukunft werde es noch mehr Remote-Produktionen geben, die „deutlich günstiger sind und dennoch keine Abstriche bei der Qualität aufweisen“, heißt es in Darmstadt.

 

 

Vorbereitung der Übertragungstechnik
Vorbereitung der Übertragungstechnik
Quelle: VIDI / Dominik Berchtold
„VIDI Ü12“ am TV Compound in Oberstdorf
„VIDI Ü12“ am TV Compound in Oberstdorf
Quelle: VIDI / Dominik Berchtold
Alle 32 Kamerasignale liegen an, es kann losgehen
Alle 32 Kamerasignale liegen an, es kann losgehen
Quelle: VIDI / Dominik Berchtold
 

 

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