07.07.2021 | Ausgabe 7/2021

Editorial

Martin Braun, Chefredakteur FKT // Foto: Silvia von Eigen

Martin Braun, Chefredakteur FKT // Foto: Silvia von Eigen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

KI-basierte Tools und Methoden kommen in der Medienproduktion in vielfältiger Form zum Einsatz - sowohl bei der Erledigung von Routinearbeiten als auch bei der Bewältigung komplexer Aufgaben. So spielt Künstliche Intelligenz heute eine wichtige Rolle bei der Erschließung unzähliger Text-, Audio- und Video-Daten, bei der frühzeitigen Themen- und Trend-Erkennung oder bei der automatisierten Produktion von Highlight-Zusammenfassungen im Sportbereich.  

Doch damit nicht genug: Um bestehende Videokodier-Verfahren noch weiter zu verfeinern, setzt ein Konsortium aus internationalen Technologieanbietern und Rundfunkanstalten auch auf KI, wie unser US-Kolumnist Michael Grotticelli berichtet. Die MPAI (Moving Picture, Audio and Data Coding by  Artificial Intelligence) ist davon überzeugt, die Kodier-Effizienz existierender Verfahren mittels KI um 25 Prozent verbessern zu können.  

So vielfältig die Anwendungsfelder von Künstlicher Intelligenz sind, so herausfordernd ist auch die Integration in bewährte Arbeitsabläufe. „Die Einführung von KI-basierten Systemen ist eine komplexe Aufgabe, die im Vergleich zur Beschaffung von Standardanwendungen ein hohes Maß an konzeptioneller Vorarbeit erfordert”, schreiben unsere Autoren Matthias Bennör und Sacha Prelle in einem Hintergrundbeitrag. Die Grundlage für viele Ansätze der Künstlichen Intelligenz bilden Neuronale Netze. Diese Netze sind in den vergangenen Jahren beträchtlich gewachsen – hinsichtlich der Topologie, also der Anzahl ihrer Schichten, Verknüpfungen und Parameter. Mit dem NNR-Standard hat die „Moving Picture Experts Group“ (MPEG) nun einen Standard zur Kompression von Neuronalen Netzen für Multimedia-Anwendungen verabschiedet. An der Forschung und Entwicklung war das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) maßgeblich beteiligt.  

Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen

Martin Braun,
Chefredakteur FKT

PS: Für Remote-Produktionen, Monitoring und Live-Berichterstattungen steht mit dem Protokoll „Secure Reliable Transport“ (SRT) eine Open- Source-Lösung zur Verfügung. SRT-Experte Justus Rogmann beleuchtet Funktionsweise und Features im Detail.


 

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