14.02.2022 | Ausgabe 1-2/2022

Editorial

Chefredakteur der FKT: Martin Braun

Chefredakteur der FKT: Martin Braun

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
als die Internationale Fernmeldeunion ITU im November 1988 mit H.261 einen „Codec for Audiovisual Services“ vorstellte, galt dies in Fachkreisen als bahnbrechende Entwicklung. Mit diesem ersten standardisierten Verfahren zur Kompression und Dekompression von digitalen Videodaten war der Grundstein für das digitale Medienzeitalter gelegt.

Die Geschichte der Codec-Entwicklung über drei Jahrzehnte hinweg zeigt eindrücklich, wie dynamisch sich die Branche seither entwickelt hat. Die Einführung des digitalen Fernsehens (mit H.262/MPEG-2 Part II), von HDTV (mit H.264/AVC) und von Ultra HD (mit H.265/HEVC) sind unbestritten medientechnologische Meilensteine, jeweils eng verknüpft mit der Entwicklung einer neuen Codec-Generation.

Heute, über 30 Jahre nach H.261, liegt mit Versatile Video Coding (VVC /H.266) ein neuer Videokompressions-Standard vor, der einem evolutionären – vielleicht sogar revolutionären – Ansatz folgt. „Zum ersten Mal sind datengetriebene, auf maschinellem Lernen basierte Ansätze in einem Decoder vorhanden“, betont Benjamin Bross, Leiter der Gruppe „Videokodiersysteme“ am Fraunhofer HHI.

Die Nutzung von neuronalen Netzen bei der Kodierung und Dekodierung bereitet den Weg für noch komplexere Codec-Generationen. „Von einem einst relativ statischen Kompressionsverfahren mit wenigen Wahlmöglichkeiten im Encoder sind wir heute zu einem System gelangt, das von Daten getrieben ist“, sagt Dr.-Ing. Detlev Marpe, Leiter der Abteilung „Videokodierung und Maschinelles Lernen“ am Fraunhofer HHI. Über den aktuellen Stand der Dinge bei VVC und über künftige Entwicklungen berichten die Fraunhofer-Forscher im exklusiven FKT-Interview ab Seite 32.

Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen

Martin Braun

PS: Veranstaltungen zu planen und durchzuführen, ist derzeit eine mühsame Angelegenheit. Das mussten zum Jahresauftakt auch die Organisatoren der ISE und der Hamburg Open erfahren – aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens finden die Messen nun erst im Mai (ISE) und im Juni (Hamburg Open) statt. Zu erwarten ist ein regelrechter „Veranstaltungsstau“, wenn etwa die ISE zeitgleich zur 29. FKTG-Fachtagung an den Start geht. Über diese Unwägbarkeiten und über das Tagungskonzept sprachen wir mit FKTG-Geschäftsführer Jürgen Burghardt (Seite 38).


 

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