DVB-I Pilot Deutschland – Abschlussbericht Phase 1 (Teil 3)

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FKT 08-09/2023
Distribution
Standards & Dienste
Das Ziel des DVB-I-Standards ist es, die bekannte und gewohnt einfache Nutzung des linearen TV-Programms auch dann weiterhin anbieten zu können, wenn das Programm nicht mehr ausschließlich über die etablierten Broadcastwege Satellit, Kabel und Terrestrik verbreitet wird, sondern zunehmend auch über IP-Streaming. Mit DVB-I lassen sich die beiden Distributionsformen Broadcast und IP in einer gemeinsamen User Experience zusammenfassen, die der gewohnten des Broadcast entspricht.

Ebenso wird mit DVB-I der einfache Zugang zu reinen IP-Streaming Services (ohne Satelliten-, Kabel- oder Terrestrik-Empfang) ermöglicht. DVB-I verbindet somit die Vorteile beider Übertragungswege und erreicht so Zielgruppen, die Videonutzung nur als Streaming kennen. Ferner bietet DVB-I eine flexible Distributionslösung, die neue Technologien, wie UHD und Barrierefreiheit, umsetzen kann, aber auch kostengünstige Lösungen für kleinere Nutzergruppen mit ausgewählten Inhalten oder Regionalisierung bietet. Kernelement der DVB-I-Spezifikation ist die Definition einer Programmliste (= Serviceliste), in der zu jedem Programm eine oder mehrere verschiedene Distributionsvarianten angegeben und priorisiert werden können. Der DVB-I-Standard ist in besonderer Weise geeignet, auf TV-Geräten die Fernsehnutzung auf eine neue und flexiblere technologische Basis zu stellen, kann aber auch softwarebasiert auf OTT-Boxen/-Sticks oder Mobilgeräten über Apps implementiert werden.

4.5. Nutzertests
Am 3. und 6. März 2023 hat das rbb UserLab Nutzertests mit sechs Testern durchgeführt. Vor Ort in der rbb FABRIK wurde sowohl der DVB-I-Pilot ausprobiert als auch verschiedene Nutzungskonzepte in der Gruppe diskutiert. Zusätzlich sind einige Themen zum Piloten im Rahmen eines Workshops beim Technischen Innovationsmanagement mit Auszubildenen zum Mediengestalter Bild und Ton aus dem dritten Lehrjahr besprochen worden. Diese Ergebnisse sind ebenfalls mit in die Auswertung eingeflossen. 

Der Termin war in zwei Teile aufgeteilt: Einzelsessions und Gruppendiskussionen. Im ersten Teil hat jeder Tester separat den DVB-I-Piloten getestet und zusätzlich verschiedene Fragen zur Geräteausstattung, den abonnierten TV-Paketen und zum allgemeinen Feedback zum Piloten beantwortet.

Im zweiten Teil wurde am Anfang ein einheitliches Verständnis erarbeitet über mögliche Peripheriegeräte, verschiedene Fernsehempfangsstandards sowie Abos zu Streaming- und Video-on-Demand-Angeboten. Anschließend wurden verschiedene Nutzungsszenarien besprochen für neue Kanäle, die entweder durch das Angebot einer höheren Audio- oder Videoqualität, durch einen Themenkanal oder einen Eventstream in der Senderliste ergänzt werden. 
Ein weiteres Themenfeld befasste sich mit der Erwartung an die Eingliederung von Sendern von Subscrip-​tion-TV-Angeboten. Abschließend wurde ergebnisoffen die Frage gestellt, wie sich die Nutzer zukünftig ihren Videoabend vorstellen und welche Anforderungen und Erwartungen sie an das Angebot von TV- und Videoservices haben.

In den Gesprächen mit den Testern wurde deutlich, dass Video-on-Demand Inhalte und die zeitunabhängige Nutzung eine zunehmende Rolle einnimmt im Gegensatz zum „Zapping“-Szenario. Das insgesamt größere Angebot an linearen und non-linearen Inhalten führt zu einem bewussteren Auswahlverhalten. In der Testergruppe waren sowohl Nutzer vertreten, die lineares Fernsehen schauen als auch Nutzer, deren Interesse primär zeitunabhängiger Nutzung von Inhalten gilt, u. a. in der Mediathek.

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