01.12.2013 | Ausgabe 12/2013

Editorial

Reinhard E. Wagner

Aktuell wird im IEEE-Journal „Spektrum“ (Ausgabe10/2013, S.12-13) über den Rekordtiefstand des Lake Mead und Lake Powell berichtet, deren Wasserelektrizitätskraftwerke unter anderem Los Angeles und Las Vegas versorgen. Sollte dort der Wasserstand noch weiter sinken, würden die Turbinen, bedingt durch das Ansaugen von Luft, erheblichen Schaden nehmen und die Stromversorgung nicht mehr gewährleistet werden können. Das sollte uns alle nachdenklich werden lassen, denn der Stromverbrauch innerhalb der TV-Produktionsstätten und Rundfunkanstalten ist doch eher zu als abnehmend. Und angesichts der globalen Erderwärmung muss hier der Hebel angesetzt und über den „Stromkonsum“ nachgedacht werden. Umso erschreckender ist es dann für mich zu erkennen, dass bei einigen Neubauten von Rundfunkbetriebsstätten nicht darauf geachtet wird, obwohl das eher kein neues Thema ist, sondern von einigen anderen bereits aktiv in Angriff genommen wurde und Fotovoltaikanlagen dort den Eigenverbrauch mindern, wo man erneuerbare Energien nutzen kann. Das schreibe auch ich mir für 2014 auf meine Agenda und werde versuchen, meinen eigenen Stromverbrauch weiter zu optimieren: noch weniger Licht im Büro, keine Standby-Funktion des Fernsehers, des Vidoerecorders/PVR bzw. Geräte ganz abschaffen usw. Ob sich das dann messbar bemerkbar macht, stelle ich in Frage. Anders würde es aber auf der Herstellerseite aussehen, wo Render- und Serverfarmen zur Unterstützung des laufenden Betriebes und zur Herstellung von Content eingesetzt werden. Die Herstellerindustrie ist hier gefordert, ökologisch und umweltfreundlich zu entwickeln und zu agieren, damit bei uns das Licht nicht auch ausgehen wird.
Apropos ausgehen: Aktuell hat es das Trademagazin Broadcast Engineering erwischt– für die Kollegen ist das Licht endgültig erloschen, denn zum 31. Oktober 2013 hat der Verlagsriese Penton Media das Magazin nach 54 Jahren eingestellt. Ups, kann ich da nur sagen. War denn die Qualität des Magazins so „geschrumpft“? Ein Insider hat mir dazu geschrieben, dass es an den gestiegenen Betriebskosten, geringerem Anzeigenaufkommen und der zurückgegangenen Menge an guten Beiträgen gelegen habe. Und für einen Betreiber zählen in erster Linie die Gewinne und nicht der eigentliche Auftrag, den sich die Redaktion und die Autoren auf die Fahne geschrieben haben: nämlich Mehrwert für den Leser zu bieten und umfassend zu berichten.
In der Ausgabe 1-2/2014 versuche ich zwei Beiträge zu haben, die aktuell über Neuigkeiten bei Rundfunkanstalten berichten werden, denn hier bewegt sich einiges: da wurde SD endgültig ade gesagt und HD wird nunmehr flächendeckend angeboten. Das Jahr 2013 hat viel angestoßen und bewegt. Inwiefern das direkten Einfluss auf den Betrieb eines jeden Unternehmens haben wird, zeigt die Zukunft. Ich bin zuversichtlich, dass es auch für die weitergehen wird, die sich zurzeit noch in Schwierigkeiten befinden. Während der animago Awards in Potsdam hörte ich einen Vortrag über die Zukunft der Postproduktionsbetriebe, der sich unter anderem mit den veränderten Anforderungen an diese Betriebe befasste. Das Fazit des Vortragenden lautete, dass man mehr eigenproduzieren sollte, um mit neuen Ideen den Markt zu bewegen. Stattdessen schmücke man sich durch mitunter abgedroschene Phrasen mit gewesenen Erfolgen und versuche Formate nachzuahmen, mit denen andere bereits erfolgreich waren. Kreativität und Mut zu Neuem kann viel bewegen, auch wenn oftmals der Start etwas holprig ist.
Blicken wir also gemeinsam in die Zukunft, so heißt das, dass man sich bewegen sollte, denn Stillstand bedeutet Stagnation und nicht Innovation bzw. Fortschritt. Ich wünsche Ihnen für das kommende Jahr 2014 viel Erfolg sowie gute Geschäfte und bedanke mich bei Ihnen für Ihre Treue zur FKT.

Ihr Reinhard E. Wagner


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