01.05.2014 | Ausgabe 05/2014

Im Schatten der Lautheit

Eine Betrachtung der Loudness Range

Obgleich mit der Loudness Range (Lautheitsbereich) ein international standardisiertes Verfahren zur Bestimmung der Makrodynamik von Audiosignalen existiert, werden die Möglichkeiten dieser Messgröße in der Praxis häufig verkannt. So darf sie doch neben der Programmlautheit als eines der wichtigsten Elemente für die technische Umsetzung eines konsistenten Lautheitskonzepts gelten. Insbesondere automatische Lautheitsprozessoren wie das LC1-System, die die Loudness Range in ihrem Steuerverhalten berücksichtigen, profi tieren von weniger Signaleingriff en und vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten.

Die Lautheitsaussteuerung, basierend auf dem in ITU-R BS.1770 beschriebenen Verfahren, hat die Spitzenpegelaussteuerung im Bereich des Rundfunktons abgelöst. Ein wichtiges Ziel dieser Umstellung ist es, dem Endverbraucher eine Lautheitskorrektur mittels Fernbedienung zu ersparen. Ferner soll der Wettbewerb um einen Lautheitsvorteil zwischen verschiedenen Anbietern beendet und damit wieder eine größere, kreative Freiheit in Bezug auf die dynamische Ausgestaltung des Sendesignals ermöglicht werden. Für diese Anliegen setzt sich insbesondere die 2008 gegründete Arbeitsgruppe Ploud der EBU ein. Aus dem Arbeitsprozess dieser Gruppe entstand die Empfehlung R-128 für die europäischen Rundfunkanstalten, die die Messverfahren der ITU übernimmt, erweitert und zusätzlich Hilfestellung zur Umsetzung der Lautheitsaussteuerung in der Produktion und Distribution leistet. Im Folgenden soll die EBU-spezifi sche Messgröße Loudness Range (LRA = Lautheitsbereich) näher betrachtet und ihr Konnex zur Lautheit erörtert werden. Die LRA ist eine zusätzliche Messgröße der EBU, die die Veränderung der Lautheit innerhalb eines Programms, sprich das dynamische Verhalten der Lautheit, beschreibt. Da die Programmlautheit nur für ein ganzes Programm, nicht aber für einen Abschnitt defi niert ist, wird der Berechnung der LRA die kurzzeitig gemittelte Lautheit zugrunde gelegt. Die Dauer des dabei gewählten Zeitintervalls hat einen entscheidenden Einfluss bei der Interpretation des Werts, da bei der Dynamik zwischen Mikro- und Makrodynamik unterschieden werden muss.


Newsletter
Ja, ich möchte den Newsletter von FKT abonnieren