01.06.2014 | Ausgabe 06/2014

Editorial

Die trüben Tage scheinen vorbei zu sein und die schönen werden länger. Genießen wir daher noch die Wonnen des Frühlings und versuchen Kraft zu tanken, für das, was an Herausforderungen auf uns zukommen wird. Und da gibt es ausreichend viel, was zu berücksichtigen wäre. Die FKTG-Fachtagung hat gezeigt, wo Entwicklungs-und Investitionsbedarf besteht, was neu verstanden und damit gelernt werden muss, welche Fallen sich auftun, wenn man darauf nicht richtig vorbereitet ist und so weiter.
Einen Teil der Fragen haben wir ja in den zurückliegenden Ausgaben bereits behandelt und neue Erkenntnisse werden in den kommenden vorgestellt werden. Welchen Einfluss die Standard-IT(P)-Technik dabei hat, verdeutlichten zahlreiche Fachvorträge der Tagung. Es wurden Lösungen präsentiert, die sich zurzeit als PoC in der Evaluierung befinden, allerdings die Branche zum Umdenken bzw. entspannterem Ausrichten bewegen könnten. Es geht dabei um MXF, CLoud und ausgelagerte Dienste. Begriffe, die auch in der aktuellen Ausgabe der FKT angesprochen und deren Einsatzmöglichkeiten erklärt werden. Die Furcht vor einem Fehlgriff bei einer Neuinvestition ist heutzutage höher als sie es noch vor zehn Jahren war, denn es hat nicht nur die Formatvielfalt zugenommen und die Art der Formulierung verändert, sondern es sind auch entsprechend qualifizierte Mitbewerber und Anbieter hinzugekommen, unter denen das schmäler gewordene Budget aufgeteilt werden muss. Und ich spreche nicht nur vom Investitions- sondern auch vom Zeit- und Personalbudget.
Richtet man sich also neu aus, so sollte man Live-Webstreaming ebenso wie auch anders eingesetzte HTML-Programmierung in Betracht ziehen. Gerade in diesen Bereichen ist den Giganten Google, Facebook und Konsorten gezielt Paroli zu bieten. Der Zug ist noch nicht abgefahren, obwohl bereits „Kohlen nachgelegt wurden“ und sich „verstärkter Dampf im Kesselraum“ und damit „Druck auf die Antriebswellen“ aufgebaut hat. Ob man noch die Bremsen halten und selbst auf den Zug aufspringen kann, muss jeder für sich entscheiden. Ich habe das Thema in der kommenden Ausgabe der FKT aufgenommen und die Autoren verdeutlichen, welche Möglichkeiten sich auftun, wenn man die richtigen Plug-ins und Werkzeuge einsetzt.
In dieser Ausgabe der FKT werden Sie lesen, dass die Gesetzgeber gezielte Bestrebungen verfolgen, den sehbehinderten und hörgeschädigten Zuschauern, Zuhörern von TV, Radio sowie Kino/Events und Nutzern des Internets entsprechende Hilfestellungen anzubieten, um ihnen das Leben zu erleichtern. Diese wiederum verordnen den Rundfunk-/Kinobetreibern und Veranstaltern zahlreiche Auflagen, die es gilt, umzusetzen. Die Lernkurve ist steil und sollte beachtet werden, denn wer aufmerksam durch die Straßen geht, sieht zunehmend Menschen, die auf Hilsmittel (Hörgeräte, Brillen usw.) angewiesen sind – ein Zeichen unserer Konsumgesellschaft, die laut ist und zu viel Geschehen und Bilder auf kleinen Bildschirmen bietet: ob sinvoll oder nicht, sei dahingestellt. Welche Investitionen allerdings in diesem Zusammenhang erforderlich sind, wird die Zeit erst zeigen, denn neben den steigenden Gesundheitskosten sind es sicherlich auch die Investitionen auf der Betreiberseite, die nicht absehbar sind. Bleibt also zu hoffen, dass sie neben neuen Arbeitsplätzen auch Lebensqualität und Sicherung des Bestandes mit sich bringen werden.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei allen Entscheidungen und Investitionen sowie bei der Suche nach fachtechnischem Betriebspersonal, das sich den Herausforderungen uneingeschränkt gewachsen sieht.

Ihr R. Wagner


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