01.10.2015 | Ausgabe 10/2015

Fotorealistische 3D-Modellierung von Gebäuden

Die Abteilung Vision & Imaging Technologies des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts hat im europäischen Forschungsprojekt „FP7 Bridget“ eine Software für die fotorealistische Erzeugung von 3D-Modellen von Gebäuden entwickelt, die nur auf wenigen Fotos – aufgenommen mit einer Digitalkamera – basiert.

In der Medienproduktion kann in den letzten Jahren eine zunehmende Einbindung der Nutzer in die Erzeugung und Beeinflussung von multimedialen Inhalten festgestellt werden. Dies reicht von interaktiven Spielshows bis hin zur Veränderung von Handlungssträngen. Die neuen technischen Möglichkeiten erlauben es Nutzern nun auch, qualitativ hochwertiges Bild- und Videomaterial zu erzeugen, das für eine Nachverwertung im kommerziellen Bereich in Frage kommt. Die fortschreitende Entwicklung im Bereich Computer Vision gestattet es zudem, aus Bild- und Videomaterial 3D-Modelle zu erzeugen, die zu neuen Visualisierungs- und Interaktionsformen führen. So wird es in naher Zukunft möglich sein, bestimmte Medieninhalte selbständig zu erkunden und interaktiv in der Szene zu navigieren. In einer TV-Dokumentation wäre es z.B. denkbar, dass sich der Nutzer historische Gebäude von anderen Blickwinkeln aus ansieht, neue Ansichten des Gebäudes mit eigenen Fotos ergänzt oder sogar selbst erzeugte fotorealistische 3D-Modelle der TV-Dokumentation zur Verfügung stellt und mit anderen Nutzern teilt. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Erzeugung von 3D-Modellen von kulturhistorisch wertvollen Gegenständen. Insbesondere Museen sind nicht in der Lage, alle verfügbaren Ausstellungsstücke der Öffentlichkeit zu zeigen. Die Präsentation dieser Objekte auf einem interaktiven Display oder sogar im Web ist hier eine Alternative. Dazu ist jedoch ebenfalls ein schnelles, einfaches, aber auch hochqualitatives Verfahren zur 3D-Modellerzeugung notwendig.


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