01.11.2015 | Ausgabe 11/2015

DAB+-Kleinleistungssender

Aneta Baier, Alexander Erk, Andreas Sieber

Im Hörfunkbereich schreitet die Digitalisierung voran und UKW soll mittelfristig durch ein digitales, terrestrisches Übertragungsverfahren abgelöst werden. Die Hörfunkbetreiber stehen vor der Herausforderung, sich in diesem Umfeld zu orientieren und in ein digitales, terrestrisches Übertragungsverfahren zu investieren. Seit einigen Jahren wird neben UKW der digitale Standard DAB/DAB+ von größeren Rundfunkbetreibern forciert. Für mittlere und kleinere Radiobetreiber stellt sich damit die Frage, wie eine möglichst preiswerte digitale Hörfunkübertragung für ihre Belange und Bedürfnisse realisiert werden kann. Durch die zunehmende Rechenleistung von modernen Computern ist eine kostengünstige, Software-basierte Lösung statt teurer Hardware möglich geworden. Ein maßgeblicher Teil der Übertragungskette wie Audioencoder, Multiplexer, Modulator sind in Software realisiert und wurden für die Allgemeinheit als Open-Source-Software von Entwicklern des Open Digital Radio-Projekts (ODR) zur Verfügung gestellt. Die Open-Source-Komponenten kann man in Kombination mit Software-Defined-Radio (SDR)-Geräten zu einer leistungsfähigen Sendeanlage verbinden. Das hier vorgestellte System kann sowohl als Füllsender als auch als Lokalradiosender eingesetzt werden. Es ist kostengünstig, klein und flexibel anpassbar an zukünftige Anforderungen. Im Labor konnte zwei dieser Systeme zur Zusammenarbeit in einem Gleichwellennetz zeitlich synchronisiert werden.

Einleitung
Die Digris AG, eine gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung der kulturellen Vielfalt in der Schweiz, baut Open-Source-Infrastruktur für die kleinen nicht kommerziellen DABRadiosender. Die britische Regulierungsbehörde Ofcom hat den Versuch „small scale DAB“ für kleine Radiostationen in England gestartet. Es hat alles damit angefangen, dass das kanadische Forschungsinstitut CRC Research vor einigen Jahren den DAB-Multiplexer und den DAB-Modulator komplett in Software entwickelt hat. Diese Software wurde vom nichtkommerziellen Projekt ODR in der Schweiz übernommen und wird seitdem von einer sehr aktiven Entwicklergemeinde stets weiterentwickelt. Im Juli 2014 präsentierte die TU-Kaiserslautern einen Radiosender für DAB/DAB+ und DRM+ im VHF Band III, der aus kostengünstigen Komponenten und ODR-Tools besteht. Der Sender wurde von der TU-Kaiserslautern im Auftrag der Landesmedienanstalt für Medien und Kommunikation in Rheinland-Pfalz (LMK) und mit Unterstützung der FH Kaiserslautern sowie des Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen konzipiert und zusammengestellt.


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