15.12.2016 | Ausgabe 12/2016

Stand des Rundfunkengagements in 3GPP

Oktober 2016

Bisher verlief die Entwicklung der terrestrischen Rundfunktechnik (DVB-T/T2) und diejenige der Mobilfunktechnik (2G, 3G, 4G) separat. Durch das Aufkommen neuer leistungsfähiger Tablets und Smartphones einerseits und das sich verändernde Mediennutzungsverhalten (alles, überall) der Menschen andererseits wird klar, dass es nach DVB-T2 kein weiteres, reines terrestrisches Rundfunksystem „DVB-T3“ geben wird, sofern dieses DVB-T3-System wie DVB-T2 lediglich einen reinen Downlink-Only-Modus anbietet. Auch auf Mobilfunkseite wird deutlich, dass die gegenwärtige Weiterentwicklung Richtung 5G keine bloße Entwicklung eines neuen, schnelleren Telefoniesystems sein wird, sondern das Potenzial für ein weltweites Kommunikationssystem bietet, welches völlig neue Bereiche, wie autonomes Fahren, das Internet der Dinge und auch Medien umfasst. Aus Rundfunksicht könnte dies die Grundlage für ein konvergentes Broadcastsystem sein, das neben der terrestrischen Verbreitung auch die Satelliten-, Kabel- und die klassische IP-basierten Verbreitungswege integriert. Momentan ist die Gelegenheit die Rundfunkinteressen für ein zukünftiges System ab etwa 2025 einzubringen. Ausschließlich Lobbyarbeit genügt jedoch nicht, um fundierte Anforderungen zu formulieren und durchzusetzen. Auch die Hoffnung, dass der Markt ohne Zutun des Rundfunks ein rundfunkgerechtes System entwirft, ist nicht realistisch. Die Mobilfunkausrüster suchen derzeit aus wirtschaftlich drängenden Gründen nach neuen Geschäfts- und Kundenbereichen und sind durchaus kooperationsbereit, was die bisherigen Erfolge in der 3GPP-Standardisierung belegen.

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