03.03.2016 | Ausgabe 3/2016

Effizienz ohne Robotik

Workflow-Übersicht aus dem Praxisbeispiel (Bildquelle: Peter Kuhnle, Jean-Christophe Kummer)

Die Herausforderung der Archive der Rundfunkanstalten der nächsten Jahre liegt sicher in dem kurzen Zeitfenster einer möglichen Migration von bandbasiertem Archivmaterial, nicht zuletzt durch die Abkündigung der Wartung von geeigneten Abspielgeräten durch einige Hersteller und der bald prekär werdenden Ersatzteilsituation. Der Artikel beleuchtet Einzelaspekte einer Archiv-Massenmigration, wie sie typischerweise durch einen Kunden selbst oder durch einen vorgelagerten Service-Anbieter durch Weglassen von komplexen mechanischen Automaten durchgeführt wird – bei gleichzeitiger Verwendung von Standard-Tools und Standard-Software zur Prozessabbildung bei optimiertem Personalaufwand. Teile der gewonnen Erkenntnisse von ORF (300.000 Stunden), RTV Slowenien und RTVS Slowakei werden hier dargestellt.

Robotik ausklammern – Grundüberlegungen
Robotik oder die „Wall Of VTRs“

Bei der Digitalisierung von Videokassettenmaterial besteht zunächst die grundlegende Frage, inwieweit man das manuelle Handling der Bänder durch Automation produktiver gestalten kann. Kassetten bieten hierfür eine hervorragende Grundlage, der Einsatz einer Robotik ist zunächst sehr naheliegend. Dennoch zeigt sich, dass die Einsparpotentiale an Arbeitszeit begrenzt sind; zusätzlich birgt die technische Komplexität Risiken und zuletzt ist die Skalierbarkeit der Einrichtung eingeschränkt.

Dem gegenüber steht die „Wall Of VTRs“, zu Deutsch „Zuspielerwand“, also eine große, zentral kontrollierte Ansammlung von Abspielgeräten. Mit entsprechend zugeordneten Anzeigeschirmen und Barcode-Scannern versehen, kann der Status der Anlage leicht überblickt und freigewordene Abspieler umgehend beladen werden.

Um den manuellen Aufwand beider Konzepte genauer bewerten zu können, ist es zunächst sinnvoll, einen Blick auf den Prozess mittels „Wall Of VTRs“ zu werfen.


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