03.03.2016 | Ausgabe 3/2016

Kosten einer TV-Verbreitung über Mobilfunk

Kosten einer TV-Verbreitung über Mobilfunk (Bildquelle: © Ekkehard Winkler/Trurnit Verlag)

Smartphones könnten sehr gut für mobiles Fernsehen genutzt werden, aber die Kosten sind heute für die Zuschauer viel zu hoch, weil für jede Nutzung eine Unicast (Point-to-Point)-Verbindung erforderlich ist. Neben der Integration eines DVB-T-Empfängers ist eine Verbreitung über Mobilfunknetze im LTE-Broadcast-Standard (eMBMS) eine Möglichkeit, diesen Mangel zu beheben. Voraussetzung dafür ist aber, dass Investitions- und Betriebskosten solcher Netze in der heutigen Größenordnung für DVBT-Netze liegen. Gestützt auf öffentlich verfügbare Daten kommt eine Top-Down-Analyse der Investitionskosten für ein hypothetisches eMBMS-Netz zur TV-Verbreitung der Programme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland jedoch zu dem Ergebnis, dass diese Kosten heute noch weit außerhalb des gegebenen Rahmens liegen würden. Dieses Resultat sowie der erforderliche Preisverfall im Mobilfunksektor und die notwendige Ablösung von LTE durch einen verbesserten „5G“-Standard ab 2020 sprechen dafür, eine TV-Verbreitung über Mobilfunknetze frühestens für Mitte der 2020er Jahre überhaupt in Erwägung zu ziehen. Hinzu kommt die an Kundengewohnheiten und Investitionszyklen orientierte Berücksichtigung der Nutzungsdauer der ab 2017 in Betrieb genommenen DVB-T2-Netze.


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