29.07.2016 | Ausgabe 7/2016

Dreidimensionales Fernsehen ohne Brille

Aufbau der Folie (Bildquelle: Helmut Würz)

Mit der im folgenden Beitrag vorgestellten Folie kann jeder Fernseher oder jedes andere Bild durch Nachrüstung in einen „3D-Fernseher“ bzw. ein 3D-Bild mit einer gewissen Raumillusion verwandelt werden. Diese 3D-Wahrnehmung entsteht ohne vorherige Bildaufbereitung und kann mit jedem flächigen zweidimensionalen Bild ohne Tiefeninformation erreicht werden. Eine zusätzliche Brille wird nicht benötigt.Räumliches Sehen entsteht dadurch, dass das linke und das rechte Auge zwei Bilder versetzt wahrnehmen. Anschließend vereint das Gehirn beide Informationen zu einem Bild mit räumlicher Tiefe.

Die räumliche Wahrnehmung bei dieser Folie stützt sich hierbei auf zwei Tatsachen: Zum einen auf eine stereoskopische Bildtrennung, die die Folie für das rechte und linke Auge des Betrachters erzeugt. Dieser Unterschied (Disparität) gibt Auskunft über die Entfernung und damit der räumlichen Tiefe im betrachteten Bild. Zum anderen auf die Erfahrung, denn wir sind in der Lage, Entfernungen aufgrund von verschiedenen Nebenbedingungen wie Schatten, Lichtdiffusion und Bewegung abzuschätzen. Auch wenn die stereoskopischen Verschiebungen in dem Moment nicht immer einem orthoskopischen Bild entsprechen, d. h. nicht mit der richtigen Tiefenfolge eines dreidimensionalen Raums übereinstimmen, erfolgt unter Umständen eine Tiefenumkehr, die auf dem Wissen und der Erfahrung des räumlichen Sehens basiert und dadurch die richtige Tiefenfolge vortäuscht.

Gerade diese Nebenbedingungen, die sogenannten monokularen (mit nur einem Auge wahrgenommenen) Tiefenhinweise, spielen eine große Rolle für die räumlich richtige Wahrnehmung.

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