29.07.2016 | Ausgabe 7/2016

Digitale Filmkameras im Einsatz in der Astronomie

Sonne und Merkur kurz nach dem 2. Kontakt (Bildquelle: Peter C. Slansky)

Digitale Filmkameras haben seit einigen Jahren die 35mm-Filmaufnahme ersetzt. Die ersten digitalen Filmkameras kamen etwa 2005 auf den Markt; ihre theoretische Konzeption reicht allerdings weiter zurück. Digitale Filmkameras grenzen sich gegenüber Fernsehkameras ab durch die Verwendung eines einzigen, großen CMOS-Sensors, zumeist im Format Super-35mm, und durch die Aufzeichnung eines Bilddatenstroms mit einem gegenüber dem standardisierten Fernsehsignal nach ITU-R BT.709 höheren Dynamikumfang. Die digitalen Filmkameras der ersten Generation, z. B. die Arri D-21, Red One oder Sony F-35, wiesen noch Lichtempfindlichkeiten auf, die der von 35mm-Farbnegativfilmmaterialien entsprach: 100 bis maximal 800 ISO.

Technologisch befruchtend auf die weitere Entwicklung wirkten und wirken auch die Innovationen der in großen Serien und in raschen Zyklen auf den Markt gebrachten digitalen Fotokameras der gehobenen Qualitätsklasse mit Filmfunktion. So erreichen Kameras der aktuellen Generation inzwischen auch weit höhere Empfindlichkeiten als zu Beginn, z. T. über 20.000 ISO. Die gestiegene Empfindlichkeit sowie einige technologische Vorteile großer CMOS-Sensoren gegenüber kleinen CCDs erschließen professionellen digitalen Filmkameras und semiprofessionellen digitalen Fotokameras mit Filmfunktion ein neues Anwendungsfeld: Auch in der Astronomie gibt es zeitlich rasch ablaufende Phänomene, deren Dokumentation im Laufbild neue Möglichkeiten für die Forschung mit sich bringt. Allerdings kennen professionelle Astronomen

6 Seiten


Newsletter
Ja, ich möchte den Newsletter von FKT abonnieren