Förderpreis Neues Deutsches Kino

„Babai“ gewinnt in den Kategorien Regie, Drehbuch und Schauspiel

„Babai“ gewinnt in den Kategorien Regie, Drehbuch und Schauspiel

Förderpreis Neues Deutsches Kino: „Babai“ gewinnt in den Kategorien Regie, Drehbuch und Schauspiel Foto: Bavaria Film

Die Preisträger des von der Bavaria Film, dem Bayerischen Rundfunk und der DZ Bank gestifteten und im Rahmen des Filmfest München verliehenen Förderpreises Neues Deutsches Kino stehen fest. Der große Gewinner in diesem Jahr ist der Film „Babai“. Visar Morina wird sowohl für die beste Regie als auch das beste Drehbuch ausgezeichnet, seine beiden Hauptdarsteller Val Maloku und Astrit Kabashi erhalten den Preis als beste Schauspieler. Den Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Produktion erhalten die Produzenten Sonja Ewers und Steve Hudson für „Happy Hour“. Dotiert ist der Förderpreis Neues Deutsches Kino mit insgesamt 70.000 Euro. Er zählt zu den wichtigsten Nachwuchspreisen in Deutschland.

Förderpreis Neues Deutsches Kino
Visar Morina für „Babai“
Den Förderpreis Neues Deutsches Kino in den Kategorien Regie und Drehbuch erhielt Visar Morina für seinen Film „Babai“. Der in Pristina, Kosovo, geborene Filmemacher hat an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert. „Babai“ ist sein erster Langfilm.

Inhalt „Babai“
Der zehnjährige Nori (Val Maloku) und sein Vater Gesim (Astrit Kabashi) verkaufen zusammen Zigaretten auf den Straßen des Vorkriegskosovo der 90er Jahre. Als sein Vater heimlich ohne ihn nach Deutschland fliehen will, folgt ihm Nori voller Wut und Entschlossenheit auf diese gefährliche Reise. Mit kindlicher Konsequenz konfrontiert er ihn mit seiner Tat, die er ihm nicht verzeihen kann.

Jurybegründung
(…) Keine Lügen. Keine Posen. Nicht einen Moment der Selbstverliebtheit. Nicht ein falscher Ton. Der Film treibt einem die Tränen in die Augen - Wuttränen, Tränen der Ohnmacht und der Trauer - und wirft den Zuschauer dann doch voll von Hoffnung und noch viel größerer Kraft und vor allem Verantwortung zurück ins Leben. Verantwortung für unser Leben. Das Leben. Das Leben, das wir Menschen führen. Zusammen. „Babai“ ist ein Meisterwerk von einem jungen Meister, vor dem wir uns tief verneigen.

„Babai“ ist eine Produktion von NiKo Film, Krusha Produksioni (KO), Skopje Film Studio (MK), Eaux Vives Productions (FR) in Koproduktion mit WDR und ARTE, gefördert von Film- und Medienstiftung NRW, FFA und Nordmedia.

Förderpreis Neues Deutsches Kino Produktion
Sonja Ewers und Steve Hudson für „Happy Hour“

Jurybegründung
(…) Eine warmherzige Konstellation von engen Ü40-Freunden auf ihrem gemeinsamen Selbstfindungsstrip nach Irland. Die wilde irische Landschaft, ihre Lieder und Getränke, vor allem aber die herzerfrischenden, natürlich zupackenden Irish Women lockern und führen sie aus ihren verkrampften Denk- und Lebensmustern. Diese lebenskluge und eben dadurch so witzige Komödie besticht durch ein klasse Drehbuch, durch flottes Timing, famosen Spielwitz, Charme und durch eine wundervolle Kamera. Eine durch und durch gelungene Low-Budget-Produktion mit einem hohen Potential, mit ihren grandiosen Darstellern auf viele gleichgesinnte Paare an der Kinokasse zu treffen. (…)

"Happy Hour“ ist eine Produktion von Gringo Films (Sonja Ewers, Steve Hudson) und  Samson Films in Koproduktion mit WDR und ARTE, gefördert von FFA, Film- und Medienstiftung NRW, Stiftung Kuratorium Junger Deutscher Film.

Förderpreis Neues Deutsches Kino Schauspiel
Val Maloku und Astrit Kabashi für „Babai“

Jurybegründung
Wie der Sohn, wie ein kleiner Erwachsener, seinen Vater damit konfrontiert, dass er ihn verlassen, verraten hat, weil er ohne ihn nach Deutschland geflohen ist, einfach „abgehauen”, wird unvergesslich bleiben. Der Vater wiederum ist immer wieder im Konflikt mit seinem verständlichen Wunsch nach einer neuen Chance im Leben und seinen Gefühlen dem Sohn gegenüber, der ihn zwingt Verantwortung zu übernehmen und seine Rolle als Vater zu erfüllen. Die beiden sind in ihrem Zusammenspiel so selbstverständlich und aufrichtig als hätten sie die Geschichte tatsächlich erlebt. (…) 

Förderpreis Neues Deutsches Kino
Der Förderpreis Neues Deutsches Kino zählt zu den höchstdotierten Nachwuchspreisen in Deutschland. Im Wettbewerb stehen die Regisseure, Produzenten, Drehbuchautoren und Schauspieler, deren Filme in der Reihe Neues Deutsches Kino beim FILMFEST MÜNCHEN zu sehen sind und bei denen es sich um den ersten, zweiten oder dritten langen Kinospielfilm der Künstler handelt. Für Produzenten darf es maximal der sechste Film sein. In diesem Jahr waren zehn Regisseurinnen und Regisseure, vierzehn Drehbuchautorinnen und -autoren, 15 Schauspielerinnen und Schauspieler sowie 21 Produzentinnen und Produzenten mit insgesamt zwölf Spielfilmen im Rennen um den Förderpreis Neues Deutsches Kino. Die unabhängige Jury bestand dieses Jahr aus dem Produzenten Peter Rommel, dem Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Sebastian Schipper und der Schauspielerin Johanna Wokalek. Vergeben wurden die Auszeichnungen am Freitag, 3. Juli 2015, ab 20.00 Uhr, in der HFF München.

Berichterstattung im Bayerischen Fernsehen
„Kino Kino“, das Filmmagazin im Bayerischen Fernsehen, berichtet am Sonntag, den 5. Juli 2015, in „Kino Kino Extra: Das Beste vom Filmfest München“ vom 33. Filmfest München und zieht Bilanz von Deutschlands größtem Sommerfestival. Dabei stellt „Kino Kino“ nicht nur die filmischen Höhepunkte des Filmfests vor, sondern berichtet auch von der Preisverleihung des Förderpreises Neues Deutsches Kino und stellt die Gewinnerfilme vor. Die Sendetermine am 5. Juli 2015 sind: 3sat, ab 18.00 Uhr, und Bayerisches Fernsehen, ab 22.10 Uhr.