Premiere für Panorama-Live-Streaming

Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker in 360°

Die Digital Concert Hall (DCH) der Berliner Philharmoniker bietet klassische Konzerte als Video-Stream für unterschiedliche Endgeräte an. Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI hat nun das erste Live-Streaming eines Konzerts im Panorama-Format ermöglicht. Die Berliner Philharmoniker setzten dabei auf die OmniCam-360, mit der hochauflösende 360-Grad-Aufnahmen entstehen, die erstmals live in die ganze Welt gestreamt wurden.

OmniCam-360 (Bild: Fraunhofer HHI)

Die OmniCam-360 des Fraunhofer HHIs besteht aus zehn HD-Kameras, die auf einem Spiegel-System befestigt sind. Die gelieferten Einzelaufnahmen werden in Echtzeit korrigiert und zu einem parallaxefreien UHD-Videopanorama in einer Auflösung von ca. 10.000 mal 2.000 Bildpunkten zusammengefügt. Die Kamera misst etwa 50 mal 50 Zentimeter und wiegt rund 15 Kilo.

Die Berliner Philharmoniker haben schon mehrere Produktionen mit dieser Kameratechnik realisiert. Erstmals kam die Kamera jetzt bei der ersten Live-Übertragung zum Einsatz: Die Aufnahmen der OmniCam-360 wurden in UHD-Qualität über die DCH-Plattform gestreamt und auf einem Browser-basierten 360-Grad-Player zur Navigation bereitgestellt. Dabei stellt der  Zuschauer durch Wischen – und/oder Zoomen – den Teil des Bildes in den Mittelpunkt, der ihn am meisten interessiert. Bei der Übertragung kann er sich so auf sein Lieblingsinstrument konzentrieren, dem Dirigenten bei der Arbeit zusehen oder den Blick schweifen lassen.

Zu einem gelungenen Konzerterlebnis gehört neben dem Panoramabild auch der Klang. Um diesen möglichst realitätsgetreu abbilden zu können, wurde das Konzert mit zwei Acht-Kanal-Mikrofonarrays des Fraunhofer HHIs und des Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltungen IIS aufgenommen.

Auch ohne einen Besuch in der deutschen Hauptstadt sind Konzerte der Berliner Philharmoniker seit 2008 rund um den Globus erlebbar: Pro Saison werden aus der DCH etwa 40 Konzerte als Live-Stream ins Internet übertragen und wenige Tage nach der Aufführung in ein inzwischen äußerst umfangreiches Archiv eingepflegt.

Weitere Informationen zu Fraunhofer Cingo sind hier zu finden.