26. Deutscher Kamerapreis

11 Preisträger in Köln ausgezeichnet

Acht Kameramänner und -frauen sowie drei Editorinnen und Editoren sind am Samstag in Köln mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet worden. Mit ihren Leistungen in der Bildgestaltung konnten sie die Jury unter Vorsitz von Filmemacher Edgar Reitz überzeugen und sich gegen mehr als 400 Konkurrenten durchsetzen.

Ehrenpreis für Pio Corradi
Diesjähriger Ehrenkameramann ist der Schweizer Pio Corradi, der unermüdlich und mit Empathie „in jedem Kulturkreis außergewöhnlich nahe, bildgewaltige und ausdrucksstarke Filme“ schaffe, so das Kuratorium Deutscher Kamerapreis in der Begründung. Mehr als hundert Werke umfasst die Filmografie des 76-Jährigen, darunter das Erfolgsdrama „Höhenfeuer“ (1985) von Fredi M. Murer und „Giovanni Segantini – Magie des Lichts“ (2015) von Christian Labhart. 

Beste Kamera | Kinospielfilm
Mit „WILD“ (WDR/ARTE) konnte Reinhold Vorschneider die Jury von der Qualität seiner Kameraarbeit überzeugen. In dem Film begegnet die einsame Ania einem Wolf. Zunehmend entdeckt sie das Tier in sich selbst und beginnt, aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen.

Beste Kamera | Fernsehfilm
Im „Tatort – Schutzlos“ (SRF), für dessen Bildgestaltung Felix Novo de Oliveira ausgezeichnet wird, gibt die Ermordung eines nigerianischen Jugendlichen den Luzerner Kommissaren Flückinger und Ritschard Rätsel auf.

Beste Kamera | Dokumentarfilm/Dokumentation
Für „HELLO I AM DAVID!“ begleitete Kamerafrau Ute Freund den australischen Pianisten David Helfgott, der unter einer schizoaffektiven Störung leidet.

Beste Kamera | Krisenberichterstattung
Dass manche Krisengebiete direkt vor unserer Haustür liegen, zeigt die „Menschen hautnah“-Reportage „Lesbos – Helfer der Gestrandeten“ (WDR), die René Begas ins Bild setzte. Er begleitete ein deutsch-iranisches Ärztepaar, das Flüchtlinge versorgt.

Beste Kamera | Kurzfilm
„Zwei Jungs am Strand, Sand, Meer, gleißendes Sonnenlicht: die Leichtigkeit des Lebens, eingefangen in pulsierenden, sonnendurchfluteten Bildern.“ So beschreibt die Jury „I Remember“(BR/ARTE/Co.) von Markus Förderer. Die Leichtigkeit der beiden Freunde im Film durchbricht Elena, die für Gefühlsverwirrungen und ungeahnt dramatische Entwicklungen sorgt.

Beste Kamera | Journalistische Kurzformate
Bis heute leiden die Menschen in Vietnam unter den Folgen des dioxinhaltigen Entlaubungsmittels Agent Orange. In der „Reportage im Ersten: Vietnam – Long Thanh will lachen“ (NDR) begleitet Wolfgang Schick den schwerbehinderten 15-jährigen Long Thanh mit seiner Kamera.

Bester Schnitt | Langformat
Hat Hanns von Meuffels vor 16 Jahren einen Unschuldigen hinter Gitter gebracht? Diese Frage beschäftigt den Kommissar im „Polizeiruf 110: Und vergib uns unsere Schuld“, für den Claus Wehlisch den Filmschnitt übernahm.

Bester Schnitt | Kurzformat
Für die Montage von „Memoire“ wird Editor Michał Kuleba ausgezeichnet. In dem Film will David aus seinem Leben als Kleinkrimineller aussteigen. Doch so leicht lässt sich die Vergangenheit nicht abschütteln.

Nachwuchs
Nicht nur zahlenmäßig waren die jungen Bewerberinnen und Bewerber zum 26. Deutschen Kamerapreis gut aufgestellt, mit oft kleinen Budgets sind in diesem Jahr große Filme entstanden. Die von der Film- und Medienstiftung NRW und Panasonic gestifteten und mit jeweils 5.000 Euro dotierten Förderpreise erhielten Kamerafrau Jessica Dürwald für „Eat My Dream“ und Editorin Fiona Brands für „Die Ballade von Ella Plummhoff“.

www.wdr.de

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