"Rock on Rail" im Schlossgarten

FKTG fördert Studienprojekt

Mit „Rock on Rail“ startete im März 2016 ein technisch und organisatorisch außergewöhnliches Studienprojekt der Hochschule der Medien Stuttgart. Es wurde von der Schlossgartenbahn in Karlsruhe unterstützt, durch die FKTG gefördert und ging am 14. Juni 2016 in die erfolgreiche Produktion.

Statt auf einer Bühne traten die Bands bei „Rock on Rail“ auf einem fahrenden Zug der historischen Schlossgartenbahn auf. Dieses Konzert wurde per TV-Livestream im Netz, live als Radiosendung auf HORADS 88,6 (Hochschulradio Stuttgart) und im Jungen Kulturkanal Karlsruhe übertragen.

Ein Team des Master-Studiengangs Audiovisuelle Medien plante die benötigte technische Infrastruktur und richtete diese ein. Hierzu wurden zwei Waggons der historischen Bahn umgebaut. Auf dem Bühnenwaggon befanden sich zwei bemannte Handkameras, eine fernsteuerbare Remote-Kamera und zwei Chip-Kameras.

Ganz drahtlos ging es nicht, die Video- und Audiosignale gelangten über einen Kabelbaum zum umgebauten Personenwaggon. Dort produzierten ein Bildregisseur, ein Remote-Kameraoperator, ein Bildingenieur und zwei Toningenieure den Zug-Feed und bespielten gleichzeitig das In-Ear Monitoring der Moderation und der Musiker. Die Signalverteilung, In-Ear-Mischung und Feed-Ton-Mischung übernahm ein Audio-Netzwerk auf Dante Basis.

Zum größten Teil bestand die Videoinfrastruktur aus Technik von Blackmagic. So wurde der Bildmischer ATEM 2M/E mit dem Blackmagic Production Panel eingesetzt. Als bemannte Kameras sowie auch als Handkameras dienten zwei BlackMagic Studio Cameras.

An der Zugstrecke konnte in einem tempelähnlichen Gebäude ein Studio mit insgesamt 4 Grass Valley LDX80 Kamerazügen eingerichtet werden, das über die vier Kamerakabel und eine RockNet-Stagebox mit einem Ü-Wagen am Rand des Parks verbunden war.

Die gesamte Sendung wurde mit vier Tonspuren produziert, zwei für das Fernsehen im Internet, die anderen zwei wurden direkt an die beiden beteiligten Radiosender übertragen. Für die drahtlose Vernetzung der beiden Regien miteinander stand dank Riedel Communications ein drahtloses IP-Netzwerk auf Mesh-Basis zur Verfügung.

Das Zug-Feed mit embedded Audio wurde auf dem Zug in einen MPEG TS Stream in H264 kodiert, über das Mesh-Netzwerk an einen Decoder im Ü-Wagen gestreamt und dort als Quelle aufgenommen. Die Internetverbindung für das Streaming der Sendung erfolgte über Richtfunk zum Karlsruher Institut für Technologie, wo es in das Hochschulnetz eduroam eingespeist wurde.

Für die Produktion wurde schließlich auf Amazon Web Services (AWS) zugegriffen und das Streaming auf einem virtuellen Server in der Amazon Elastic Cloud realisiert. Der Videostream wurde von einem Streaming-Rechner im Ü-Wagen am Produktionsort über einen RTMP-Stream an eine virtuelle Maschine in der Amazon Cloud gesendet und dort zunächst für das adaptive Streaming encodiert und anschließend auf einem Webserver gehostet.

www.hdm-stuttgart.dewww.fktg.org