Fernsehbranche steigt in VR ein

Erste 360°-Videoprojekte von n-tv, RTL, Sky und ZDF

Die Deutsche TV-Branche nimmt Virtual Reality ins Visier. Mit ersten 360°-Videoprojekten nähern sich n-tv, RTL, Sky und ZDF der neuen Unterhaltungsform, die Zuschauern das Eintauchen in das Geschehen ermöglicht.

Kathleen Schröter, Executive Manager 3IT des Fraunhofer HHI (Quelle: Deutsche TV-Plattform)

Eine Herausforderung für alle Sender sind noch „echte“ interaktive Virtual-Reality-Produktionen, die ein deutlich immersiveres Erlebnis vermitteln. Den Status Quo und die Perspektiven von Virtual Reality in der TV-Branche beleuchtete kürzlich ein Event in Berlin, das die Deutsche TV-Plattform zusammen mit dem 3IT–Innovation Center for Immersive Imaging Technologies am Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut veranstaltete.

„Spannend wird der nächste Schritt, Mixed-Reality-Formate mit echter Interaktivität herzustellen“, sagte Frank Heineberg, Senior Manager Programm Distribution bei RTL. Er produzierte ein 360°-Video, das den Zuschauer näher an den Moderator brachte und durch die 360°-Perspektive einen Blick hinter die Kulissen ermöglichte. Die n-tv-Reportage „Manheim - Flüchtlinge leben in der Geisterstadt“ versetzte den Zuschauer ebenfalls mitten ins Geschehen. Auch das ZDF lotet die Möglichkeiten aus und produzierte ein 360°-Video zur Terra X-Folge „Mythos Wolfskind“.

„Die große Frage, an der wir alle arbeiten, lautet: Wie können wir echte Virtual-Reality-Formate und Erzählformen entwickeln, die über 360°-Video hinausgehen“, beschrieb Stephan Heimbecher, Director Innovations & Standards bei Sky, die wichtigste Herausforderung für die Sender. Erste Ansätze, wie man Zuschauer intensiver in ein VR-Erlebnis einbinden kann, zeigte eine Live-Sport-Produktion von Sky. Beim DFB-Pokal-Finale 2016 wurden drei 360°-Kameras eingesetzt. Der Zuschauer konnte per Kopfbewegung zwischen den einzelnen Perspektiven wechseln und zusätzlich Team-Informationen und Statistiken abrufen.

„Bei der Technik sind ebenfalls noch relativ viele Fragen offen“, sagte Kathleen Schröter, Executive Manager 3IT des Fraunhofer HHI. „Wir können heute schon 360°-Videos in 10k produzieren. Die Auflösung der VR-Brillen ist aber noch zu gering, um diese Qualität auch beim Zuschauer zu realisieren. Der Transport der Datenmengen qualitativ hochwertiger VR-Inhalte steht nochmal auf einem ganz anderen Blatt.“

Das Video zum VR-Event:

http://tv-plattform.de/de/service/publikationen/video-audio-news