Jo Heim mit Ehrenpreis ausgezeichnet

Das Kuratorium des Deutschen Kamerapreises würdigt vielseitigen Kameramann

Jo Heim gibt den Geschichten seiner Filme Raum für die Fantasie ihrer Betrachter. Foto: WDR/Klaus Görgen

Der Deutsche Kamerapreis ehrt Kameramann Jo Heim: Der gebürtige Stuttgarter erhält in diesem Jahr den renommierten Ehrenpreis des Kuratoriums. Der Verein zeichnet den 59-jährigen Bildgestalter, der viele Genres von Thriller bis Komödie, von Musik- bis Dokumentarfilm beherrscht, für seine immense Vielfalt in der Gestaltung aus. In den vergangenen 20 Jahren setzte Heim etwa fünfzig Langfilme ins Bild, den überwiegenden Teil für das Fernsehen.

Für das Historiendrama „Die Hebamme – Auf Leben und Tod“ (2010) wurde er mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet und für den Kino-Horrorthriller „Unfriend“ (2016) erhielt er – ebenso wie für den Dokumentarfilm „Ein letzter Tango“ (2015) – den Bayerischen Filmpreis. Auch bei der Förderung des künstlerischen Nachwuchses ist Jo Heim eine feste Größe: Er unterrichtet an mehreren Filmhochschulen und -akademien in Deutschland und im Ausland.

„Jo Heim gibt den Geschichten seiner Filme Raum für die Fantasie ihrer Betrachter. Mit großem Elan widmet er sich allen Facetten seines Berufs. Technologische Innovationen müssen ihn erst überzeugen, bevor er sie dann aber konsequent für sich nutzt“, lautet es in der Begründung des Kuratoriums des Deutschen Kamerapreises. So schätze er die neuen Möglichkeiten der digitalen Bildaufnahme, z.B. mit natürlichem Licht bei Nachtaufnahmen zu arbeiten, vermeide aber die zum Teil „unverzeihliche“ Schärfe vor allem bei Close-Ups von Personen. Der uneitle und bescheidene Künstler stelle seine Bilder nie über die Geschichte, betont das Kuratorium des Deutschen Kamerapreises.

Der studierte Diplomkaufmann absolvierte an der Hochschule für Fernsehen und Film seine Ausbildung zum Regisseur. Bei Filmen der Kommilitonen übernahm er die Kameraarbeit. Musikvideos waren einige Jahre lang nach der Ausbildung seine Passion, bevor die Bildgestaltung für TV-, Kino- und Werbefilme zum Schwerpunkt seiner Arbeit wurden. Zu den Regisseuren, mit denen Heim häufig zusammengearbeitet hat, gehören Friedemann Fromm, Markus Imboden und Simon Verhoeven. Zudem hat der Wahlkölner als 2nd Unit DoP bei Oliver Stones Film „Snowden“ (2016) mitgearbeitet. Zurzeit ist ein Film mit Sönke Wortmann in Vorbereitung. Für den Deutschen Kamerapreis ist Jo Heim kein Unbekannter – bereits viermal war er für die renommierte Auszeichnung nominiert – nun erhält er den Ehrenpreis.

Die feierliche Preisverleihung zum 27. Deutschen Kamerapreis findet am 24. Juni 2017 unter Federführung des WDR in Köln statt. Moderiert wird die Veranstaltung von Thomas Hermanns. Nominiert sind 23 Kameraleute, Filmeditorinnen und -editoren mit Produktionen aus den Kategorien Kinospielfilm, Fernsehfilm, Kurzfilm, Journalistische Kurzformate, Dokumentarfilm/Dokumentation sowie der Wechselkategorie Outdoor Film.

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