Online-Angebot am Gemeinwohl orientieren

NDR-Verwaltungsrat: Eigene Online-Aktivitäten als Alternative zu globalen Plattformen

Die Online-Angebote des NDR und Entwicklungen auf dem Personalsektor: Neben anderen standen diese Themen am 19. Mai auf der Tagesordnung des NDR-Verwaltungsrats, der in Hamburg zusammentrat.

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Der NRW-Verwaltungsrat informierte sich am 19. Mai ausführlich über die Online-Aktivitäten des NDR. Es sei der öffentlich-rechtliche Auftrag des NDR, Informationen zu den Menschen zu bringen. Parallel zur technischen Entwicklung und der Veränderung der Nutzungsgewohnheiten der Menschen habe sich die Ausgestaltung des Auftrags verändert und erfordere eine Präsenz des NDR im immer weiter zunehmenden Onlinebereich, heißt es in einer Pressemitteilung des NDR.

Von den neuen Entwicklungen erfasst sind eigene Telemedienangebote wie NDR.de ebenso wie Angebote auf Drittplattformen in den Sozialen Netzwerken. Ziel sei es, Menschen verlässliche, glaubwürdige und relevante Informationen dort zu bieten, wo sie sich in der medialen Welt aufhalten und unabhängig davon, ob Smartphone, Tablet oder Smart-TV als Abspielgerät genutzt werden.

Dagmar Gräfin Kerssenbrock, Vorsitzende des Verwaltungsrats: „Der öffentlich-rechtliche Auftrag gebietet dem NDR, auf der eigenen Plattform eine gemeinwohlorientierte Alternative auszubauen, um nicht globalen Plattformen wie z.B. Facebook oder Intermediären wie Google die Macht über das Publizieren zu überlassen.“

Außerdem informierte die Geschäftsleitung den Verwaltungsrat über Entwicklungen auf dem Personalsektor, u. a. bei der Anzahl der Planstellen. Deren Zahl ist bereits seit Mitte der 1990er-Jahre rückläufig. Dabei erfolgte ein sozialverträglicher Stellenabbau. Aktuell gibt es 3401 Planstellen im NDR; 2007 waren es noch 3561,5 gewesen. 1994, zu Beginn des Absenkungsprozesses, lag die Zahl bei 4077 Planstellen.

Gleichzeitig habe der NDR seine Aus- und Fortbildungsanstrengungen erheblich verstärkt. Mitarbeiterschulungen bis hin zu verbindlichen Seminaren für Führungskräfte sorgen für eine kontinuierliche Entwicklung und Weiterqualifzierung. Andreas Damm, Leiter der Hauptabteilung Personal, informierte auch über ein neues Konzept zur Fortbildung der Führungskräfte, das der NDR beschlossen hat. Es besteht aus unterschiedlichen Schulungs-Modulen, die für Programmbereichs-, Hauptabteilungs-, Redaktions- und Abteilungsleiterinnen und -leiter angeboten werden. Dazu zählen u. a. das Gestalten von bzw. Führen in Veränderungsprozessen und eine Fortbildung unter dem „Fokus Gesundheit“.

Dagmar Gräfin Kerssenbrock: „Programm sollte von Menschen gemacht werden. Einsparungen im Personalbereich steht gleichzeitig die Zunahme von Aufgaben z. B. im Onlinebereich gegenüber. Wer nicht will, dass Algorithmen redaktionelle Aufgaben übernehmen, muss dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk neben Entwicklungen beim Personal auch finanzielle zugestehen.“

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