Normungs-Roadmap IT-Sicherheit aktualisiert

Anforderungen eines Schutzschildes gegen Hacker-Angriffe neu ordnen

Die neue Normungs-Roadmap zur IT-Sicherheit nimmt kritische Infrastrukturen verstärkt ins Visier. Neue EU-Rahmenbedingungen und Geschäftsprozesse weisen in Richtung „Security and Privacy by Design“ und „Usability“ von IT-Sicherheit.

Grafik: VDE

Der Hacker-Angriff WannaCry mit Ziel auf DAX-Unternehmen zeigt, wie wichtig IT-Sicherheit ist. Gerade bei kritischen Infrastrukturen dürfen Sicherheitsmaßnahmen nicht dem Zufall überlassen bleiben oder auf ein Minimum aufgrund von finanziellen Aspekten reduziert sein.

Um die Ziele von IT-Sicherheit - Verfügbarkeit, Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität - zu erreichen, sind daher sichere Produkte und Systeme, auch Managementsysteme, unabdingbar. Hierfür müssen die Anforderungen und Umsetzungsvarianten eines Schutzschildes standardisiert und in Zeiten beschleunigter Technikkonvergenz auch branchenübergreifend koordiniert werden. Dieser Aufgabe widmen sich die VDE|DKE-Kontaktstelle Informationssicherheit (KSI) und die Koordinierungsstelle IT-Sicherheit im DIN (KITS). Ihr jüngster Wurf: die dritte, aktualisierte Version der Normungs-Roadmap IT-Sicherheit.

 

Neue Pflichten und Geschäftsprozesse ändern Rahmenbedingungen

Die Normungs-Roadmap geht auf die neuen gesetzlichen und regulatorischen Entwicklungen auf EU-Ebene ein, zum Beispiel auf die im Entwurf vorliegende EU ePrivacy-Verordnung, die neue Pflichten zur IT-Sicherheit festlegt.

„Derzeit wirken sich massive Paradigmenänderungen organisatorischer, methodologischer sowie technologischer Art in den Geschäftsprozessen extrem stark auf Anforderungen und Lösungen für IT-Security und den Datenschutz aus. Allein die technologischen Veränderungen umfassen ein breites Spektrum, das von neuen Generationen von Rechnerarchitekturen und explodierenden Speicherkapazitäten bis zur Hinwendung zu verteilten Systemen, mobilen Technologien, Künstliche Intelligenz, Big Data & Business Analytics, Cloud Computing, Social Business usw. reicht“, erklärt Andreas Harner, IT-Experte beim VDE und Leiter von „CERT@VDE“, der ersten Plattform zur Koordination von IT-Security-Problemen speziell für KMUs im Bereich Industrie 4.0.

 

Security by Design und Usability rücken in den Fokus

Security by Design ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass IT-Lösungen und Produkte interoperabel eingesetzt werden können und das Internet der Dinge Wirklichkeit wird. Zugleich zeichnet sich aber ein Konflikt zwischen IT-Sicherheit und Usability ab: Wie viel IT-Sicherheit ist nötig, um Angriffe abzuwehren, und wann führen Maßnahmen zur IT-Sicherheit letztlich dazu, dass IT-Systeme nicht mehr nutzbar und akzeptabel für den Nutzer sind?

„Diesen Konflikt zwischen IT-Security und Usability müssen wir auflösen. Hier eröffnet sich ein weiteres Arbeitsfeld für die Normung“, so der IT-Experte weiter. Grund zur Panik gebe es allerdings nicht. Die dritte Version der Normungs-Roadmap IT-Sicherheit zeigt, dass die Bereiche Datenschutz, Energieversorgung und -erzeugung, industrielle Produktion, Health und Medizintechnik, Smart Living sowie Kritische Infrastrukturen normungstechnisch gut abgedeckt sind. Nur der Anteil an gemeinsam genutzten Standards ist weiterhin relativ gering. Aber hieran arbeiten die Experten von VDE|DKE und dem DIN bereits. Eine Version 4 der Normungs-Roadmap IT-Sicherheit ist damit sicher.

Die Deutsche Normungs-Roadmap IT-Sicherheit Version 3 steht kostenlos im Internet-Shop des VDE als Download zur Verfügung.

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