Warnsystem KATWARN beginnt international vernetzten Betrieb

Österreichische Bundesministerium für Inneres beschließt landesweite Einführung

Seit dem 1. Juli 2017 erhalten von Gefahrensituationen betroffene Menschen in Österreich offizielle Warnungen auf ihr Smartphone oder als Benachrichtigung per SMS und E-Mail von den zuständigen Behörden. Mitteilungen können aus Deutschland und Österreich empfangen werden und bilden das erste international vernetzte Warnsystem.

© BM.I/ Gerd Pachauer

In Gefahrensituationen erhalten ab dem 1. Juli 2017 betroffene Menschen in Österreich offizielle Warnungen direkt auf das Smartphone oder als Benachrichtigung via SMS- und E-Mail von den zuständigen Behörden. Dafür bietet Österreich eine eigene »nationale« KATWARN-App kostenlos in den App-Stores an. Egal, wo sich betroffene KATWARN-Nutzerinnen und -Nutzer aufhalten: mit Installation der App können Warnungen aus beiden Ländern, Deutschland und Österreich, empfangen werden. Damit ist KATWARN das erste international vernetzte Warnsystem.

"KATWARN Österreich/Austria bietet den Menschen über Lautsprecheransagen, Sirenen und Rundfunk hinaus Informationen, die lebenswichtig sein können. Ob zu Hause, unterwegs oder bei der Arbeit – KATWARN Österreich/Austria bringt behördliche Warnungen direkt und kostenlos auf das Mobiltelefon", sagte der österreichische Innenminister Sobotka bei dem Pressegespräch. "Die Infrastruktur ermöglicht dabei auch die Einbeziehung öffentlicher Kommunikationsplattformen wie etwa die elektronischen Informationstafeln öffentlicher Verkehrsmittel."

Das Warnsystem KATWARN leitet in Gefahrensituationen offizielle Warnungen und Handlungsempfehlungen an die Mobiltelefone der betroffenen Menschen. Das System wurde 2011 erstmals in Deutschland in Betrieb genommen und steht seitdem technisch deutschlandweit zur Verfügung. Anders als in Österreich ist KATWARN in Deutschland jedoch nur regional auf Ebene von Kommunen und Bundesländern im Einsatz und wird für den Katastrophenschutz nicht vom Bund genutzt. Das System mit derzeit etwa drei Millionen Nutzerinnen und Nutzern wurde im Auftrag der öffentlichen Versicherer vom Berliner Fraunhofer FOKUS entwickelt, einem der führenden Forschungsinstitute für die digitale Vernetzung.

Prof. Dr. Manfred Hauswirth, Leiter von Fraunhofer FOKUS: "Der heutige internationale KATWARN-Start ist für uns Auftakt, die Bevölkerungs- und Krisenkommunikation auch in weiteren europäischen Ländern zu vernetzen und zu verbessern."

 

www.fokus.fraunhofer.de

www.katwarn.de